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wlb - Wasser, Luft und Boden 4/2015

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ABFALLTECHNIK/RECYCLING

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Ohne Umwege Vertikal-Ballenpressen ermöglichen optimiertes Stoffstrommanagement Daniela Dannert-Weing Bei der Entsorgung von Verpackungsmaterial in der Montageabteilung für Büro- und Sonderleuchten der Zumtobel Lighting GmbH aus Dornbirn in Österreich verbessern zwei Vertikal-Ballenpressen das Stoffstrommanagement. Die Zumtobel Lighting GmbH gehört zur Zumtobel Gruppe mit weltweit 7456 Mitarbeitern und ist in über 70 Ländern vertreten. In den kundenspezifischen Lichtlösungen steckt viel Entwicklungsleistung und meist auch viel Handarbeit. In der Montageabteilung für Büro- und Sonderleuchten fertigen 200 Mitarbeiter rund 2000 Leuchten am Tag. Eine besondere Herausforderung sieht der Bereichsleiter, Ing. Robert Jehly, dabei im Stoffstrommanagement: „Bei uns am Standort Dornbirn fallen durch die Zulieferung von Leuchtenkomponenten im Jahr etwa 380 t Verpackungskartonagen zur Entsorgung an. Die wollen wir möglichst effizient in den Wiederverwertungskreislauf rückführen.“ Sammeln allein genügt nicht Bis zur Anschaffung der beiden HSM Ballenpressen V-Press 860 L haben die Montagemitarbeiter die Altkartonagen in Palboxen gesammelt. Waren die Boxen, die jeweils rund 25 kg des Verpackungsmaterials fassen, Autorin: Daniela Dannert-Weing, Freie Redakteurin, HSM GmbH + Co. KG, Frickingen gefüllt, wurden sie per Stapler ins Reststofflager transportiert und die Kartonagen bis zur Abholung durch den Entsorger in einem Presscontainer zwischengelagert. Heute werden die Kartonabfälle ohne Umwege, direkt vor Ort in der Montageabteilung verpresst. Die Mitarbeiter bringen sie in Kleingebinden statt in Palboxen an zwei zentral positionierte Ballenpressen. Dort werden sie mit einer Presskraft von 532 kN zu kompakten Ballen mit einem Gewicht von etwa 450 kg verdichtet und erst dann per Stapler ins Lager gebracht. Nachhaltigkeit rechnet sich Die Montageabteilung spart durch den Einsatz der Vertikal-Ballenpressen Staplerfahrten, Arbeitszeit, Lagerraum und Palboxen. Darüber hinaus wird Mehrerlös generiert. Die Ballen von Zumtobel gehen an die Papierfabrik Rondo-Ganahl. Sie zahlt pro Tonne Altkartonage eine höhere Vergütung als vorab. Einfach, weil die verpressten Ballen ohne weiteren Zwischenschritt in die Wiederverwertung fließen können. Auf die Frage, warum sich Zumtobel für die Ballenpressen von HSM entschieden hat, erläutert Jehly: „Die V-Press 860 L gefällt uns, weil man dank ihrer besonderen Presstechnik die Ballen auch ohne Palette oder auf ungenormten Paletten transportieren kann. Dank der kompakten Bauweise der Pressen bleiben wir flexibel, was ihren Einsatzort betrifft, und unsere Mitarbeiter kommen mit der Technik problemlos zurecht und akzeptieren sie.“ Ein wichtiger Punkt, denn alle in der Abteilung bestücken die Ballenpressen. Die Bedienung ist einfach. Lediglich das Abbinden der Kartonagenballen erfolgt durch eingewiesenes Personal. Während der sechswöchigen Testphase wurden zudem Schutztechnik und Schallschutz an die Wünsche von Zumtobel angepasst. Jehly geht davon aus, dass künftig auch andere Produktionsbereiche bei Zumtobel in Kartonagenballenpressen investieren werden. www.hsm.eu Mitarbeiter bringen die Kartonabfälle in Kleingebinden zu zwei zentral positionierten Ballenpressen 38 wlb 4/2015

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Mobile Sieb- und Klassieranlage Der nordirische Hersteller von Abwasseraufbereitungs- Anlagen CDEnviro schickt seine mobile Siebanlage D:Max auf Reisen. Erstmals können nun auch deutsche Betreiber die Anlage testweise auf ihrem Gelände aufstellen und erproben. Die D:Max ist eine mobile Sieb- und Klassieranlage, die zur Aufbereitung einer Vielzahl von Materialien wie Grobsand, Schlamm und Faserschlamm innerhalb des Abwasseraufbereitungsverfahrens verwendet wird. Es bietet Abwasserunternehmen und ihren Lohnaufbereitern das effizienteste Aufbereitungssystem für eine Reihe von Abfallmaterialien und maximiert zudem ihr Materialrückgewinnungspotenzial. Die Anlage ist in der Lage, viele Tonnen von Abfall von den Mülldeponien wegzuleiten und stattdessen daraus große Mengen an Grobsand und Zuschlagstoffen für die Wiederverwendung aufzubereiten. Die mobile Anlage kann von einem Einsatzort zum nächsten fahren, sodass die Abfälle nicht mehr zu einer zentralen Verarbeitungseinrichtung transportiert werden müssen. www.cdenviro.com Splitter trennt Material verstopfungs- und wickelfrei Doppstadt ergänzt sein Leistungsangebot mit dem Vertrieb der Splitter-Separationstechnik seines neuen Kooperationspartners Anlagenbau Günther GmbH. Diese Technik kann bis zu vier verwertbare Materialströme voneinander trennen. Der Splitter besteht aus mehreren, parallel aufgehängten und sich um die eigene Achse drehenden Spiralwellen. Deren Spiralen tragen schwere, kubistische Stoffe zur Seite aus; leichte, lange Stoffe schwimmen obenauf und werden in Förderrichtung ausgetragen, kleinere Materialien fallen zwischen den Wellen hindurch. Ganz nebenbei sorgt jede Spirale für die Reinigung der beiden jeweils benachbarten Siebwellen, Verstopfungen sind dadurch gänzlich ausgeschlossen. So können auch schwer siebfähige Materialien sortenrein getrennt werden, eine optimale Rohstoffausbeute ist dadurch gewährleistet. Da die Spiralen nur an einer Seite fest aufgehängt sind, drehen sie die Materialien über die Rotation wieder heraus, die Separation verläuft wickel- und verstopfungsfrei. www.doppstadt.com Querstromzerspaner für die FE-Fraktion Die Korn Recycling GmbH betreibt eine Gewerbeabfallsortier- und Ersatzbrennstoffaufbereitungsanlage. Das Recyclingunternehmen wird die bestehende Abfallsortieranlage mit einer zusätzlichen Aufbereitungslinie zum Aufbereiten der FE-Fraktion erweitern. Die bei der Sortierung anfallende FE-Fraktion soll in Zukunft mit einem Querstromzerspaner der THM Recycling Solutions GmbH sowie einer nachgeschalteten Sortierstrecke aufbereitet werden. Die dabei gewonnenen, sortenreinen Materialfraktionen wie Stahl, Bundmetalle und Kunststoffe werden dem Recyclingkreislauf wieder zugeführt. Der Querstromzerspaner TQZ2000 von THM garantiert durch die neu überarbeitete Konstruktion einen zuverlässigen und wirtschaftlichen Aufschluss der FE-Fraktion. Der Querstromzerspaner ist im Innenraum mit leicht wechselbaren, geschraubten Verschleißplatten am Kessel sowie am Boden ausgekleidet und ist außerdem wartungsfreundlich und gut zugänglich. Das Zerkleinerungswerkzeug besteht aus zwei massiven, störstoffunempfindlichen Prallwerkzeugen, die einfach und schnell ausgewechselt werden können. Da die Zerkleinerungswerkzeuge aus kostengünstigen Kettengliedern bestehen, sind die Verschleißkosten sehr gering. www.thm-rs.de STS-Sensoren.indd 1 05.10.2015 07:47:36