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wlb - Wasser, Luft und Boden 4/2015

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ABFALLTECHNIK/RECYCLING

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Betriebsbereit noch in 2015 Bau einer der weltgrößten RDF-Anlagen in Israel Der Prozess innerhalb der Anlage beginnt mit der mechanischen Aufbereitung. Das Unternehmen Eggersmann Anlagenbau stattete die Halle hierfür mit Stahlbau, Maschinen- und Fördertechnik, Siebtrommeln, Bogenbandsichtern und optischen Trennsystemen (NIR-Technik) aus, während die ebenfalls zur Unternehmensgruppe Eggersmann gehörende Firma BRT zwei Sacköffner lieferte. Die gewerblichen und industriellen Abfälle werden im ersten Schritt einem Shredder zugeführt, der Hausmüll gelangt in den Sacköffner. Anschließend wird der Müll durch Siebung in drei Größenfraktionen klassiert 0–60/90 mm, 60/90– 300 mm und übergroße Fraktion. Mithilfe von Magnetabscheidern und Nichteisenmetallab scheidern werden aus den gewonnenen Teilfraktionen, nach Ausschleusung von Schwer- und Reststoffen am Bogenbandsichter, Eisen und Nichteisenmetalle als Wertstoff gewonnen. Vollautomatische optische NIR-Trennsysteme im Einsatz Katrin Köppen Im Südosten von Tel Aviv befindet sich der Mount Hiriya, ein ehemaliger Müllberg von 60 m Höhe. Bis 1999 wurden hier rund 25 Mio. t Abfall aufgehäuft, bis man 2001 schließlich damit begann, die Deponie in einen mediterranen Landschaftspark zu transformieren. Nun wurde ein deutscher Anlagenbauer mit dem Bau einer neuen RDF-Anlage im naheliegenden Recycling Park beauftragt. Im September 2012 wurde das ostwestfälische, international tätige Unternehmen Eggersmann Anlagenbau Kompoferm GmbH mit der Errichtung einer RDF-Anlage (Refuse Derived Fuel) in dem Recycling Park am Fuß des Mount Hiriya beauftragt. Im Auftragsumfang waren sowohl Engineering und Ausführungsplanung, Beschaffung, Herstellung und Lieferung der gesamten Anlagentechnik sowie Montage und Inbetriebnahme enthalten. Der Auftrag konnte gemäß dem vorher festgelegten Zeitplan abgewickelt werden, sodass die Inbetriebnahme wie erwartet Ende 2015 erfolgen wird. Teil des größten Recycling Parks im Mittleren Osten Auf 21 000 m² wurde die RDF-Anlage als integrierte Recyclinganlage mit einer Kapazität von rund 540 000 t/a (Nominalinput) und einer Laufzeit von mindestens 6200 h/a errichtet. Das gesamte eingehende Material – bestehend aus festen Siedlungsabfällen (Municipal Solid Waste, MSW) sowie gewerblichen und industriellen Abfällen (C&I) – wird getrennt, recycelt und größtenteils zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen genutzt. Die Rückgewinnungsrate liegt bei über 50 %. Um die hochkalorischen Stoffe für den RDF- Prozess abzutrennen bzw. Papier, PVC und PET auszuschleusen, kommt eine Kombination aus vollautomatischen optischen NIR- Trennsystemen zum Einsatz. Dem automatischen Trennprozess folgen Sortierkabinen, in denen eine händische Qualitätskontrolle der erzeugten Papierfraktion auf recycelbare Anteile wie PET oder Kartonagen erfolgt. Die ausgeschleusten Wertstoffe werden zu Papier- oder Kunststoffballen gepresst und zur Weiterverarbeitung bzw. Wiederverwertung in spezialisierte Recyclingcenter geliefert. Abschließend wird die RDF-Fraktion mithilfe mehrerer Nachzerkleinerer auf die vorgesehene Stückgröße reduziert und dem RDF- Lagerbereich zugeführt bzw. direkt in LKW verladen. Durch die mechanische Aufbereitung können neben 160 000 t RDF jährlich etwa 20 000 t Papier und Pappe sowie separierte Wertstofffraktionen an Eisen, Nichteisenmetallen, Kunststoffen, PET, PVC und Bio- bzw. Organikabfall zur weiteren Verarbeitung gewonnen werden. Eine Restmenge mit weniger als 5 % biologisch abbaubarem Material wird der Deponie zugeführt. Die gesamte Produktionsleistung an RDF wird an die Brennöfen eines Zementwerkes geliefert. Fotos: Eggersmann/Pixabay www.f-e.de Autorin: Katrin Köppen, PR-Managerin, Eggersmann GmbH & Co. KG, Standort Bad Oeynhausen 34 wlb 4/2015

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Energieeffiziente Trocknung von Granulat Der Systemlieferant für Kunststoffverarbeiter Wenz setzt für die druckluftbasierte Granulattrocknung energieeffiziente 2-Kreis-Trockner auch für Kleinmengen ein. Die Trockner der Serie Card M von Farrag Tech verbrauchen 70 % weniger Druckluft als 1-Kreis-Drucklufttrockner bei gleichem Materialdurchsatz. Die Nutzung von Abwärme ist ab 40 °C möglich. Der Sekundärkreis erwärmt das Material gleichmäßig. Der Prozesskreis übernimmt die eigentliche Entfeuchtung. Da das Material schon vorgeheizt ist, braucht er dafür weniger Druckluft. Das Gebläse im Sekundärkreis und die Druckluft im Prozesskreis werden kontinuierlich geregelt, sodass bei nicht maximaler Auslastung und Stillständen Heizenergie und Druckluft eingespart werden. Über den Trockner kann ein Fördergerät für die Befüllung und für den Abtransport des getrockneten Materials zur Produktionsmaschine angeschlossen und gesteuert werden. Auf einem Gestell montiert, nehmen die Geräte eine Grundfläche von 0,7 m² ein. Die größere Serie Card L kann auch direkt auf den Extruder montiert werden. www.we-ku.de Phosphorgewinnung aus Klärschlamm Damit das neue Verfahren, das wertvollen Phosphor aus HTC- Klärschlammkohle gewinnt, etabliert wird, fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) eine Ava cleanphos Pilotanlage mit Standort in Karlsruhe. Das auf der hydrothermalen Carbonisierung (HTC) basierende Verfahren wurde bereits im Labor von Ava-CO2 erfolgreich getestet. In den nächsten zwölf Monaten wird diese Lösung in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern, der Universität Hohenheim und der Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS des Fraunhofer- Instituts für Silicatforschung ISC, im halbtechnischen Maßstab erprobt. Das Projekt soll zeigen, dass sich dank dieser Technologie ein pflanzenverfügbarer Recycling- Dünger aus Klärschlamm effizient und kostengünstig herstellen lässt. Für die Industrie wird durch die erfolgreiche Pilotierung ein Durchbruch bei der Phosphor- Rückgewinnung, wie sie durch die Novelle der Klärschlammverordnung gefordert wird, erwartet. Das Verfahren hat das Potenzial, effizienter und kostengünstiger als andere bestehende Verfahren zu sein. Direktlink zu unseren Kompaktanlagen Anlagenbau Mietanlagen Betrieb Service TRINK-, PROZESS-, ABWASSER- UND GRUNDWASSERREINIGUNG KOMPAKTE LÖSUNGEN FÜR INDUSTRIE UND KOMMUNEN Von der Pilotierung über die Planung bis zu Vermietung oder zum Bau schlüsselfertiger Anlagen bieten wir Ihnen das gesamte Spektrum für die Trink-, Prozess- und Abwasseraufbereitung sowie Grundwassersanierung. Je nach Anwendungsfall nutzen wir moderne Membrantechnologien, konventionelle Verfahren oder Kombinationen aus beiden, um so die beste Lösung für Sie zu finden. Zech Water Technology GmbH · Jülicher Straße 336 · 52070 Aachen T +49 (0)241 96862-0 · F +49 (0)241 96862-66 · info@zech-water.com Unser Partner-Netzwerk in Ihrer Region finden Sie unter www.zech-umwelt.com www.ava-co2.com ZWT_AZ_2015_130x189_RZ.indd Zech.indd 1 1 02.03.2015 24.02.15 11:04:15 14:39 wlb 4/2015 35