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wlb - Wasser, Luft und Boden 4/2015

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TRENDTHEMA I

TRENDTHEMA I IT-SICHERHEIT IN VERNETZTEN SYSTEMEN Jetzt die Zeit nutzen Was das neue IT-Sicherheitsgesetz für die Umweltbranche bedeutet 01 Dr. Markus Kaulartz hat im Bereich IT-Recht promoviert und jahrelang als Softwareentwickler gearbeitet Markus Kaulartz, Reemt Matthiesen Das IT-Sicherheitsgesetz ist seit 25. Juli 2015 in Kraft. Ziel des Gesetzes ist es, die Sicherheit von IT-Systemen in Deutschland durch Verbesserung ihrer Verfügbarkeit, Integrität, Vertraulichkeit und Authentizität zu stärken. In der Umweltbranche sind Betreiber von Energieversorgungsnetzen oder Energieanlagen sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen betroffen. Kritische Infrastrukturen sind Einrichtungen, Anlagen oder Teile davon, die u. a. den Sektoren Energie oder Wasser angehören und von hoher Bedeutung für das Funktionieren des Gemeinwesens sind. Das Gesetz nennt neben der Strom-, Erdgas- und Mineralölversorgung beispielhaft die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung. Unter welchen Voraussetzungen eine „hohe Bedeutung für das Allgemeinwesen“ vorliegt, lässt sich nicht immer mit Bestimmtheit feststellen. Aus diesem Grund hat sich der Gesetzgeber entschlossen, in einer Rechtsverordnung Schwellenwerte festzulegen, wie bspw. den Marktanteil eines Versorgers einer bestimmten Region. Obwohl diese Autor: Dr. Markus Kaulartz, Associate; Dr. Reemt Matthiesen, Counsel, CMS Hasche Sigle, München Rechtsverordnung noch nicht in Kraft ist, wird erwartet, dass deutschlandweit rund 2000 Unternehmen von den Regelungen betroffen sein werden. Welche Handlungspflichten bestehen für Unternehmen? 02 Dr. Reemt Matthiesen schrieb seine Dissertation über die kartellrechtliche Freistellung von Softwarenutzungsverträgen und ist Leiter des Fachausschuss Wirtschafts- & Steuerrecht der Deutschen Gesellschaft für Recht und Informatik e.V. (DGRI) Betreiber kritischer Infrastrukturen haben eine Reihe von Pflichten zu erfüllen, zum Beispiel: nBinnen zwei Jahren nach Inkrafttreten der o. g. Verordnung müssen sowohl angemessene organisatorische als auch angemessene technische Vorkehrungen zur Vermeidung von Störungen der IT getroffen werden. Der Stand der Technik ist dabei zu jeder Zeit zu berücksichtigen. Welche Anforderungen konkret erforderlich sind, kann mit dem BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) abgestimmt werden. nMindestens alle zwei Jahre müssen Nachweise der umgesetzten Vorkehrungen durch Sicherheitsaudits, Prüfungen oder Zertifizierungen erbracht werden. nErhebliche Störungen müssen dem BSI unverzüglich gemeldet werden, auch wenn sie nur zu einer Beeinträchtigung führen können. nDie erlangten Informationen können vom BSI in Grenzen auch Dritten zur Verfügung gestellt werden. nUnternehmen müssen Kontaktstellen einrichten und dem BSI benennen. Betreibern Kritischer Infrastrukturen drohen Bußgelder von bis zu 100 000 Euro, wenn sie die gesetzlichen Anforderungen nicht umsetzen. Hier ist wichtig, IT-Zulieferer vertraglich zu binden und etwaige Zahlungspflichten, soweit möglich, durchzureichen. Unternehmen, die nach der Verabschiedung der Verordnung als Betreiber kritischer Infrastrukturen anzusehen sind, werden potenziell vor einem großen Investitionsbedarf stehen. Mögen die organisatorischen Anforderungen, die das IT- Sicherheitsgesetz verlangt, noch vergleichsweise einfach umzusetzen sein, so kann die Einführung moderner IT sowie die Instandhaltung auf dem Stand der Technik im Einzelfall schwerwiegende Folgen haben. Die betroffenen Unternehmen sollten die Zeit, die ihnen zwischen Verabschiedung der Verordnung bis zur Geltung bleibt, keinesfalls ungenutzt verstreichen lassen. www.cms-hs.com 24 wlb 4/2015

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Standsicherheit von Kanälen zerstörungsfrei beurteilen Sanieren oder rausreißen? Antwort liefert das Mac-Verfahren. Mit ihm wird die Standsicherheit von Beton- und Mauerwerkskanälen ab DN-1000 zuverlässig ermittelt. Die Messungen mit dem Mac-Gerät erfolgen ohne Beschädigung des Kanals. Die Entnahme von Bohrkernen wird auf das Nötigste beschränkt. Die Messdaten ermöglichen Aussagen über die Gleichförmigkeit des Rohr-Boden-Systems über die gesamte Haltungslänge. Das gibt Abwasserbetrieben die Möglichkeit, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Kanalsanierungsstrategien zu beschreiten. Und auch der Sanierungserfolg kann mit dem System kontrolliert werden. Bei den Prüfungen bringt das Mac-Gerät mit seinem starken Druckzylinder so viel Kraft auf die Wände des Kanals auf, dass diese sich kontrolliert um wenige Zehntel Millimeter auseinander bewegen. Feine Sensoren messen die entstehende Verformung im Bereich der Druckstempel und in jeweils etwa einem Meter Entfernung davor und dahinter. Die sehr geringe Verformung reicht aus, um den Zustand von Rohr und Boden zu errechnen. Trotz der zum Teil hohen Kräfte wird der Kanal dabei in keiner Weise beschädigt. Das Verfahren begleitet eine Instandhaltungsmaßnahme von der Zustandserfassung bis zur langfristigen Qualitätsüberprüfung. Bei einer optischen Inspektion werden vorab alle relevanten Parameter erfasst und die Messpunkte festgelegt und markiert. Das Mac-Gerät kann – in wenige Komponenten zerlegt – durch einen normalen Schacht in den Kanal abgelassen werden, wo es für die Prüfungen zusammengebaut wird. Der Zeitaufwand für Auf- und Abbau liegt bei jeweils etwa 1,5 Stunden. www.ikt.de Bessere Entwässerung spart Energie Infraserv Höchst hat die Entwässerung in der Abwasserreinigungsanlage des Industrieparks Höchst verbessert. Durch die Inbetriebnahme von neuartigen Kegelmischern und verfahrenstechnische Optimierungen können die dort anfallenden Klärschlämme effizienter entwässert und verbrannt werden. Bei der mechanischen Schlammentwässerung erfolgt eine Fest-Flüssig-Trennung, deren Ergebnis maßgeblich von der Flockenbildung abhängt. Mit den neu installierten Kegelmischer kann die Flockenbildung gezielt gesteuert werden. Sie arbeiten in zwei Stufen: Zunächst trägt ein Turbo-Mischer das Flockungsmittel in den Schlamm ein. Dann bringt ein Kegelrührer die sich bildenden Flocken in die gewünschte Form. Der geflockte Schlamm wird dann in den Membranfilterpressen zu Filterkuchen und Filtrat verarbeitet. Die Filterkuchen werden in der Klärschlammverbrennungsanlage verbrannt; das Filtrat wird der Abwasserreinigungsanlage zugeführt. Die verbesserte Entwässerung spart Erdgas und ist ein nachhaltiger Beitrag zum Energiesparen. www.infraserv.com Comet.indd 1 Kopplung an S7 mittels ISO on TCP WebRTU. Elektra Elektronik GmbH & Co. Störcontroller KG Die pfiffige Anlagenüberwachung mit mobilem "Bedienen und Beobachten" Visualisieren, alarmieren datenloggen alles auf einmal. › Lizenzfrei, keine Programmierkenntnisse erforderlich › Konfiguration von wichtigen Parametern über die Visualisierung › Kamera Livebilder in die Visualisierung einbinden › Alarmierung, Berichtswesen dynamisch erzeugen › Gesicherter Zugriff über Netzwerk und Internet EES auf der SPS-Drives Halle 8Stand 201 Hummelbühl 7-9 | 71522 Backnang | Tel.: 07191/182-0 | Fax: 07191/182-200 wlb 4/2015 25 www.ees-online.de | www.webrtu.de | info@ees-online.de