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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2017

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ABFALLTECHNIK/RECYCLING

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Digitale Kreislaufwirtschaft Handfeste Vorteile für Kommunen und Industrie Klimawandel, Ressourcenverknappung und zunehmende Urbanisierung bewirken einen steten Wandel im Umgang mit unseren Ressourcen. Eine Lösung kann es sein, die Potenziale der Digitalisierung aufzugreifen und sie auf die Kreislaufwirtschaft zu übertragen. Bereits heute finden sich Punkte, an denen Kommunen und Industrieunternehmen gezielt ansetzen können. In einem kleinen Ort nahe Paris hat Veolia digital vernetzte Abfalltonnen installiert, die mit einem Röhrensystem, das unter der Erde liegt, verbunden sind und den Abfall direkt zur Sammelstation saugen. Am Ende des Rohrnetzes wird der Abfall an der Sammelstelle in Container sortiert und anschließend abgefahren. Das System ist zusätzlich in der Lage, die verschiedenen Sorten Abfall zu unterscheiden und zu sortieren. In Deutschland testet das Unternehmen derzeit eine Recycling-App in der Praxis, mit der Abläufe vereinfacht und die Schnittstellen zum Kunden verbessert werden sollen. Dies bringt eine höhere Standardisierung und Transparenz mit sich. Die gewonnenen Daten ermöglichen Optimierungen, die der Nachhaltigkeit dienen, etwa verkürzte Transportrouten oder alternative Verwendungsmöglichkeiten von Materialien. Innerhalb der nächsten Jahre könnten immer mehr intelligente Container und Pressen an die digitale Plattform angebunden Autorin: Sabine Kraus, Pressereferentin, Veolia Deutschland, Berlin werden, um die Abläufe noch weiter zu vereinfachen. Voraussetzung dafür ist ein optimierter Datenaustausch zwischen allen Beteiligten, beispielsweise indem bestehende EDV-Systeme auf Kundenseite mit Kundenportalen und Shopsystemen, aber auch die internen Auftragsverarbeitungsund Buchhaltungssystemen miteinander vernetzt werden. Vernetzt, dezentral und effizient Auch in der Wasser- und Abwasserwirtschaft hilft die Digitalisierung bei der Bewältigung des Wandels. So kann die Vernetzung über das Internet und die Steuerung über intelligente Plattformen z. B. dafür sorgen, das Abwassernetz besser auf Starkregen vorzubereiten. Kommunizieren Pumpstationen und andere Komponenten miteinander, so gelingt es, Störungen zu minimieren und den Energiebedarf zu optimieren. Nicht mehr wegzudenken ist die Digitalisierung auf dem Markt der Energiewirtschaft, auf dem eine Vielzahl von Akteuren zusammenkommt. Das erhöht den Bedarf an intelligenter Steuerung. Weitere Ansatz- punkte für Kommunen sind Konzepte dezentraler Erzeugung in Energieeffizienz Quartieren. Sie verbinden bedarfsgerechte Energieerzeugung aus vorzugsweise regional verfügbaren erneuerbaren Energien mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung und verteilen Strom und Wärme auf kürzestem Weg an die angeschlossenen Kunden. Wie der Industriebereich bei der Entlastung der Stromnetze unterstützen und gleichzeitig Geld sparen kann, erforscht Veolias Tochterunternehmen Ökotec zusammen mit der TU Darmstadt in der Versuchsfabrik Phi-Factory. Der Betrieb einer Produktionsanlage und Flexibilität werden über eine Echtzeitdatenerfassung überwacht und über das Energiecontrolling die effizienteste Stromversorgung ermittelt. Der nächste Schritt ist die automatische Steuerung von Anlagen, wie Lüftungen, direkt über die Software, um sich den besten Zeitpunkt für den Strombezug zu sichern und die Netze zu entlasten. Viele Ansätze aus der digitalisierten Industrie 4.0 sind auch auf Kommunen oder Regionen übertragbar, um das Energiesystem in Einklang zu bringen. Insgesamt führt die stärkere Vernetzung durch die Digitalisierung zu stärkerer Kooperation und Transparenz und damit auch höheren Ressourceneffizienz. Ein Wandel, der sich lohnt und handfeste Vorteile für Kommunen und Industrie im Hinblick auf Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit mit sich bringt. Bild: Envac www.veolia.de 38 wlb 3/2017

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Smartphone-Steuerung für Absetzkipper Gergen bringt eine auf Smartphone-Technologie aufgebaute Steuerung für seine Absetz- und Abrollkipper heraus. Gemeinsam mit Kunden, Anwendern und Profis auf dem Gebiet von Smartphone-Anwendungen ist es dem Hersteller gelungen, die erste Smartphone-Steuerung für Absetz- und Abrollkipper vorzustellen. Diese Technologie eröffnet im Bereich von Steuerungen noch nie dagewesene Möglichkeiten. Ob Befehlseingabe über den Bildschirm oder per Sprache, ob individuell programmierbare Automatikfunktionen, wie beispielsweise verschiedene Folgesteuerungen; all dies lässt sich problemlos darstellen. Als Eingabegerät kann der Kunde aus einer Vielzahl verschiedener Smartphones von edlem Design bis hin zu sehr robusten Geräten wählen. Einige dieser Geräte wurden speziell für den Einsatz mit Handschuhen und bei Nässe entwickelt. Sie bestechen durch eine sehr hohe Widerstandfähigkeit gegen äußere Krafteinwirkung. Selbst Stürze aus einigen Metern Höhe können ihnen nichts anhaben. Zudem handelt es sich um eine Steuerung, die durch entsprechende Updates immer auf modernstem Stand gehalten werden kann. www.gergen-kipper.de Wirbelschichtkessel zur Abfallverwertung Andritz erhielt von Nine Dragons Paper (Holdings) Ltd. den Auftrag zur Lieferung von insgesamt fünf zirkulierenden Wirbelschichtkesseln (PowerFluid) zur Verwertung innerbetrieblicher Reststoffe. Errichtet werden die Kesselanlagen, deren Inbetriebnahme für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant ist, an den Standorten Taicang, Quanzhou, Yongxin, Chongqing und Dongguan. Zur thermischen Verwertung gelangen ausschließlich Abfälle aus der Altpapieraufbereitung (Rejekte, Schlämme), wobei der daraus erzeugte Hochdruckdampf zur Stromerzeugung und zur Versorgung der Papierfabriken von Nine Dragons mit Prozessdampf verwendet wird. Rejekte und Schlämme stellen für den Kesselbetrieb aufgrund ihrer korrosiven Inhalts- und Störstoffe eine große Herausforderung dar und erfordern ein speziell darauf abgestelltes Design. Der Hersteller verfügt über umfangreiches Know-how mit zahlreichen Referenzen weltweit und bietet Wirbelschichtkessel für diese speziellen Brennstoffe an. www.andritz.com Recyclinganlage mit Smart-Technology Ein finnischer Dienstleister der Abfallwirtschaft hat eine neue Recyclinganlage für Kunststoffe am Standort Riihimäki/Finnland in Betrieb genommen. B+B Anlagenbau hat hier in allen Leistungsschritten einen hohen Automatisierungsgrad realisiert. Die neue Recyclinganlage für post-consumer Kunststoffe der Materialtypen HDPE und PP sowie der Folienkunststoffe LDPE und LLDPE ist integriert in den Standort Riihimäki. Dort wurden die technologischen Vorstellungen eines effektiven, weitgehend automatisierten Recyclingprozesses mit geringstmöglichen operativen Kosten im laufenden Betrieb der häufigsten Kunststoffarten Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) realisiert. Ausgelegt auf einen Stundendurchsatz von 1 500–3 000 kg werden die Kunststoffarten über eine Vorsortieranlage in transportable Ballen gepresst, zwischengelagert und im Wechselmodus der Anlage zugeführt. Sowohl die nachgeschaltete Entstaubungsanlage als auch die Abwasserbehandlung sind so ausgelegt, dass die Umweltstandards effizient und sicher erfüllt werden. Über eine Flotation gelingt es, Rückstände stofflichen Ursprungs aufzufangen und das Restwasser in die Kanalisation abzulassen. www.bub-anlagenbau.de Kunststoffrecycling 4.0 Erema entwickelte erstmals Online- Messgeräte sowie digitale Analyseund Auswertungstools, die den Recyclingprozess voranbringen sollen. Anhand eines Careformance Recycling Centre wurden die technischen Möglichkeiten aufgezeigt. Darin ist zum Beispiel eine Intarema Tveplus 1108 mit integriertem Laserfilter vorzufinden, auf der Teile von Kunststoffabfällen vor Ort recycelt werden. www.erema-group.com Aqua Troll 600 – qualitativ hochwertige Pegelmesssonden & mehr Probenahmen, Monitoring, Messausrüstungen und Dienstleistungen für vielfältigen Einsatz im Grund- und Oberflächenwasser. Neu: Aqua TROLL 600 Ionenselektive Sensoren: Ammonium, Chlorid u. Nitrat www.in-situ-europe.com Ihr In-Situ Partner in Deutschland Umwelt-Geräte-Technik GmbH info@ugt-online.de | www.ugt-online.de UGT.indd 1 02.08.2017 11:02:19 wlb 3/2017 39