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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2017

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LUFTREINHALTUNG/KLIMASCHUTZ Abgasreinigung mit System Mehrkanalmessgeräte und Engineering-Dienstleistungen sorgen für effiziente Lösungen Waschverfahren zur Abluftbehandlung werden in vielen Industriebereichen erfolgreich eingesetzt. Gesundheitsschädliche Einstoff- und Mehrstoff-Abluftzusammensetzungen ebenso wie umweltgefährdende und geruchsbeladene Abluftströme können so abgereinigt werden. Dabei sind in der Mess-und Regeltechnik nicht nur die eingesetzten Komponenten entscheidend, sondern auch damit verbundene Engineering-Dienstleistungen. Autor:Martin Müller, Produktmanager Engineering, Jumo GmbH & Co. KG in Fulda Für das sichere und effektive Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Schadstoff-Grenzwerte setzt die Terra-care Umwelttechnik GmbH in Recklinghausen bevorzugt mehrstufige Systeme, mit Absorbentionsmittel und biologischen Reinigungsstufen ein. Hierbei wird der Masseübergang von löslichen Rohgasbestandteilen und dem Sorbens zum einen und die biologische Abbaubarkeit vieler Abluftbestandteile zum anderen genutzt. Durch die hohen Abscheideraten der Wäschersysteme können die in der TA-Luft des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit beziehungsweise der Bundes-Immisionsschutzverordnung festgelegten Emissionsgrenzwerte sicher erreicht und gewährleistet werden. 30 wlb 3/2017

LUFTREINHALTUNG/KLIMASCHUTZ Das Rohgas wird dem Wäschersystem zugeführt und durch die Kolonne geleitet. Dem gereinigten Abluftstrom werden, bevor er in die nächste Reinigungsstufe geführt wird, durch einen Tropfenabscheider die mitgerissenen Aerosole entzogen. Für die Minimierung der Betriebsmittelkosten wird das Lösungsmittel im Kreislauf gefahren, kontinuierlich messtechnisch überprüft und gegebenenfalls chemisch ausgeglichen. Äquivalent dazu ist die Verfahrenstechnik in der biologischen Reinigungsstufe zu betrachten, wobei hier die biologisch abbaubaren Stoffe durch mikrobakterielle Umsetzungsmechanismen reduziert werden. 01 02 03 Gemeinsame Entwicklung maßgeschneiderter Applikationen Die sichere Funktionalität der Anlage ist in hohem Maße von den steuerbaren Betriebsparametern der Einbauteile und der Wasserqualität abhängig. Daher wird das gesamte System ausschließlich durch Jumo Mess- und Regeltechnik-Komponenten überwacht und gesteuert. Der Aufbau der Steuerung wurde kooperativ mit den Ingenieuren der Terra-care Umwelttechnik GmbH und der Jumo-Engineeringabteilung entwickelt. Das Jumo-Engineering-Team bündelt die jahrzehntelange Erfahrung Mehrkanalmessgeräte sind eine ideale Plattform für die Anzeige und Weiterverarbeitung des Unternehmens in industrieller Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik, unterstützt Kunden bei der kompletten Projektabwicklung und entwickelt maßgeschneiderte Applikationen für eine Vielzahl von Branchen. In den Anlagen der Terra-care Umwelttechnik GmbH werden in den einzelnen Reinigungsstufen Leitfähigkeit, Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Füllstand, Differenzdruck und Zulufttemperatur gemessen und mit dem Jumo Aquis touch ausgewertet. Das Mehrkanalmessgerät bildet die zentrale Plattform für die Anzeige und Weiterverarbeitung der entsprechenden Sensorsignale. Mit dem Jumo Aquis touch S lassen sich die Aufgabenstellungen „Messen, Regeln, Registrieren und Anzeigen“ mit einem einzigen Gerät abdecken. Dabei können vier Analysenparameter direkt und weitere fünf als Normsignale angeschlossen werden. Digitale Schnittstellen erlauben das Einspeisen von weiteren acht externen Messwerten. Auch die Durchflussmessung inklusive Bestimmung der Menge ist möglich. Die Anzeige aller Parameter sowie die Bedienung und Einstellung des Gerätes erfolgen über einen 3,5"-Farbbildschirm mit Touchscreen. Übersichtliche Darstellung aller Parameter Mit dem integrierten Bildschirmschreiber lassen sich bis zu acht analoge und sechs binäre Signale gleichzeitig registrieren. Die Datenspeicherung erfolgt manipulationssicher und erlaubt es, behördliche Aufzeichnungspflichten zu erfüllen, ohne dass zusätzliche Geräte erforderlich werden. Gespeicherte Daten können per PC-Programm über Ethernet oder einen USB-Speicherstick ausgelesen und mit einer separaten Software weiterverarbeitet werden. Den Bediener unterstützen dabei ein Prozessschema sowie eine tabellenartige Aufstellung aller Messparameter als Schaubild im Bildschirm des Aquis touch. In Abhängigkeit von den dargestellten Messwerten wird die Wasserqualität gewährleistet und bei hoher Belastung steuerungstechnisch reagiert. 01 In den Anlagen der Terra-care Umwelttechnik GmbH werden in den einzelnen Reinigungsstufen sieben verschiedene Parameter gemessen und mit dem Jumo Aquis touch ausgewertet 02 Auf dem Prozessbild sind alle wichtigen Parameter übersichtlich angeordnet 03 Die Darstellung mehrerer Prozesse gleichzeitig ist sehr hilfreich Ebenso werden Umwälzpumpen- und Ventilatorleistungen geregelt, sodass das gesamte System autark und ohne Bedienaufwand arbeitet. Die Auswertung der wichtigen Daten findet ebenfalls durch automatisierte Vorgänge statt. Zu Messung des Sauerstoffgehalts kommt darüber hinaus das Jumo Digiline-System zum Einsatz. Digiline ist ein busfähiges Anschlusssystem für digitale Sensoren in der Flüssigkeitsanalyse, das den Aufbau intelligenter Sensornetzwerke ermöglicht. Lediglich eine einzige digitale Signalleitung geht dann noch zu einer Auswerteeinheit oder Steuerung. Dies erlaubt eine effizientere und schnellere Verkabelung von Anlagen, in denen mehrere Parameter gleichzeitig an verschiedensten Stellen gemessen werden müssen. www.jumo.net wlb 3/2017 31