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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2017

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WASSER-/ABWASSERTECHNIK

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Reibungslos umgerüstet Effiziente Abwasserbehandlung spart Papierwerk bares Geld Die Papierindustrie setzt große Mengen an Prozesswasser ein. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die Abwasserbehandlung und an eine energiesparende Abwassertechnik. Weil die Aufbereitung kostspielig ist, haben sich Papierhersteller weltweit in den vergangenen Jahren sehr engagiert, ihren Wasserbedarf zu verringern. Die Archangelsk P&P ist eines der führenden europäischen Unternehmen in der forstchemischen Industrie sowie der größte Hersteller von Kistenpappe (Wellpappe) und eines der führenden Unternehmen in der Zellstoffproduktion in Russland. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt und dadurch die Abführung der Schadstoffe in die Um gebung wesentlich reduziert. Eines der Projekte war der Umbau der Kläranlage des Großbetriebes. Die auf der Kläranlage bisher eingesetzten sechs Bandpressen hatten zwar noch Kapa- Autoren: Nils Engelke, PR- und Kommunikationsmanager, Flottweg SE, Vilsbiburg; Alexei Raskatov, stellv. Generaldirektor; Nadezhda Beschetnikova, Marketingspezialist; beide OOO Flottweg, Moskau zitäten, erzielten jedoch nur noch mäßige Trennergebnisse von 18–22 % Trockensubstanz bei einem Zentrat von 200 mg/l. Ein weiteres Problem war, dass die Menge an Abfall ein Maß erreichte, das die Deponien in der Umgebung vor große Herausforderungen stellte. Man entschied sich daher aus ökologischen Gesichtspunkten dafür, den anfallenden Feststoff thermisch zu behandeln. Das neue Entwässerungssystem musste also in der Lage sein, hervorragende Trennergebnisse zu liefern, damit eine thermische Behandlung trotz alledem rentabel ist. Die Betreiber des Archangelsk P&P entschieden sich daher, die bisherigen Systeme durch modernere Anlagen zu ersetzen. Mobile Testanlage Die Betreiber der Archangelsk P&P luden das Unternehmen Flottweg zu Testläufen mit einer Dekanterzentrifuge ein. Flottweg lieferte innerhalb weniger Wochen eine mobile Testanlage im Container in die Hafenstadt in Nordrussland. Die Dekanterzentrifuge erzielte ca. 28–29 % Trockensubstanz bei einem Zentrat um die 80 mg/l. Versuche auf weiteren Anlagen bestätigen diese Ergebnisse. In der Regel werden mit modernen Dekantern ca. 5 % höhere Trockenstoffwerte im Feststoff erzielt, bei gleichzeitig 50 % geringerem Polymerbedarf. An dieser Stelle sei ausdrücklich erwähnt, dass bereits 1–2 % Unterschied in der Trockensubstanz massive Auswirkungen auf das Volumen und die Masse des ausgebrachten Schlamms haben und damit einen großen Einfluss auf die Entsorgungsund Transportkosten. Nach intensiven Vergleichen und Tests beider Systeme entschied sich die Archangelsk P&P schlussendlich dafür, fünf Dekanterzentrifugen gemeinsam mit der Firma Flottweg zu installieren. Dabei wurde die Integration der neuen Maschinen in zwei Schritten vorgenommen. Die Zentrifugen wurden nach und nach in Betrieb genommen und ersetzten so schrittweise die bisherigen Bandpressen. Zum aktuellen Zeitpunkt laufen drei Flottweg Dekanter rund um die Uhr. Die zwei weiteren können optional zugeschaltet werden, um Kapazitätsschwankungen im Betrieb optimal aufzufangen. Überzeugendes Ergebnis Erste Auswertungen zeigen, wie reibungslos der Übergang von der Bandpresse zum Dekanter funktioniert hat. Ein Dekanter allein verarbeitet rund 50 m³ an Schlamm pro Stunde. Das ist ungefähr 1,5- bis 2-mal so viel wie eine Bandpresse zuvor. Dabei fahren die Dekanter nicht einmal auf voller Auslastung. In Abhängigkeit von der Beschaffenheit des Schlammes können die Maschinen bis zu 130 m³/h verarbeiten. Noch ein weiteres, ursprüngliches Ziel konnte erreicht werden: Der entwässerte Faulschlamm ist so trocken, dass er vollständig thermisch behandelt werden kann. Die Ausbringung auf Deponien konnte so komplett eingestellt werden und die gewonnene thermische Energie wird nun verwendet, um das Werk mit Strom zu versorgen. www.flottweg.com Dekanterzentrifugen sind geschlossene Systeme, Geruchsemissionen werden auf ein Minimum reduziert 22 wlb 3/2017

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Vereinfachte Kanalinspektion Der Fahrwagen Turbo 3 mit der neu überarbeiteten Kamera RZL und der Satellitenfahrwagen SKI V sind beide bereits ab DN150 einsetzbar. Die Fahrwagen zeichnen sich u. a. durch erweiterte Funktionen wie z. B. die integrierte elektrische Hub-Kipp-Einheit für die Inspektion bis DN2000, praktische Lenkfunktionen, eine integrierte Rückfahrkamera und ein optimiertes Handling aus. Die neuen Fräsroboter F130 und F170 kommen hingegen im Bereich DN150–DN300 und DN200– Smarte Lösung für die Biologiebelüftung In jedem Produktionsprozess entstehen Daten. Die Industrie hat begonnen, diese Daten in Informationen zu verwandeln. Die Wasserwirtschaft steht vor demselben revolutionären Sprung, Stichwort: Wasser 4.0. Die durch konsequente Digitalisierung und Automatisierung der Biologiebelüftung gewonnen Daten müssen in Informationen verwandelt und clever vernetzen werden. Aerwater, eine neuartige Maschinen-Konfiguration und eine fortschrittliche digitale Steuerung, soll diese technischen Kernkomponenten erfüllen und den Weg zu Wasser 4.0 öffnen. Analytische Basis dafür ist die Dienstleistung Aeraudit – eine Volumenstrommessung des tatsächlichen Lastbedarfs. Nach der Vor-Ort-Messung zur Erhebung der tatsächlichen Lastgänge entwickelt das Aeraudit-Team eine oder mehrere Lösungsansätze, die individuell auf die Anlage abgestimmt sind. Starke Schwankungen kennzeichnen zudem den Lastbetrieb in biologischen Kläranlagen. Die Maschinenverbundsteuerung Aersmart ist der intelligente Baustein, der den angeforderten Sauerstoffbedarf derart auf den Maschinenpark verteilt, dass Schwach-, Mittel- und Starklasten so effizient abgearbeitet werden, wie es der bestehende Maschinenpark ermöglicht. www.aerzen.com DN600 bei der Beseitigung von Hindernissen in geraden Rohrdimensionen, bei der Vorbereitung von Inliner- Arbeiten und im gelinerten Rohr zum Öffnen und Reinigen der Zuläufe zum Einsatz. www.jt-elektronik.de Wartung per Panel-Technologie B&R erweitert seine Automation Panels um eine neue Serie mit Widescreen-Varianten von 7" WVGA bis 24" Full HD. Die Automation Panels 1000 können einfach und flexibel montiert werden. Bei Anbau einer PC-Einheit werden sie zum vollwertigen Panel-PC mit skalierbarer Rechenleistung. Die zentrale Komponente besteht aus dem Panel selbst. Durch den modularen SDL/ DVI Receiver wird es zu einem reinen Bedienterminal. Wird die digitale Signalübertragungstechnologie SDL3 verwendet, können sogar bis zu 100 m zwischen Bedienterminal und Industrie-PC liegen. www.br-automation.com UNSERE BESTEN IDEEN SIND FÜR DEN MÜLL. CURRENTA – Maßstab für effiziente Kreislaufwirtschaft. Direkt am Rhein zwischen Leverkusen und Krefeld-Uerdingen befinden sich drei der fortschrittlichsten Entsorgungsstandorte Europas, die Kommunen und Industriebetriebe aus ganz Deutschland nutzen. Hier verwerten und entsorgen wir Sonderabfälle jeglicher Art sicher und umweltgerecht in eigenen Anlagen. Für komplexe Verbundwerkstoffe wie Platinen oder moderne Batterien haben wir eine thermische Vorbehandlung zur effizienteren Rückgewinnung der Metalle entwickelt. Und natürlich bieten wir unseren Kunden auch Einzel- oder Gesamtlösungen für ihre Entsorgungsprobleme an. Wenn Sie jetzt mehr als eine Idee davon bekommen wollen, sprechen Sie Michael Mross an. Tel +49 2133 5121156 oder michael.mross@currenta.de Currenta GmbH & Co. OHG 51368 Leverkusen www.currenta.com Ein Unternehmen von Bayer und LANXESS wlb 1/2017 23