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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2016

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LUFTREINHALTUNG/KLIMASCHUTZ Gut kombiniert Wirtschaftliche pH/ORP-Messtechnik in Rauchgasentschwefelungsanlagen Björn Arndt Wird organisches Material in Kraftwerken oder verfahrens technischen Prozessen verbrannt, entstehen Schadgase, die ohne Nachbehandlung nicht in die Umwelt gelangen dürfen. Durch eine Rauchgasentschwefelungs-Sonde kann der zur Nassentschwefelung benötigte pH-Wert der Waschsuspension optimal eingestellt werden. E in grundsätzliches Problem bei der pH- Messung in der Rauchgasentschwefelung (REA) entsteht dadurch, dass sich bereits nach kurzer Zeit ein hartnäckiger Kalkbelag an der pH-Sonde anlagert. Dieser Belag führt dazu, dass die pH-Messung beeinträchtigt wird bzw. ganz ausfällt. Konventionelle pH-Sensoren müssen daher in kurzen Zeitinter vallen ausgebaut oder mit Säure gereinigt werden, was hohe Betriebs- und Wartungskosten verursacht. Durch den Einbau einer pH-Sonde von Pfaudler wird durch die glatte emaillierte Fläche und die robuste Bauweise, bei einer empfohlenen Anströmgeschwindigkeit von 1,5–2 m/s, ein Ansetzen von Kalk ablagerungen verhindert. Es gibt pH-Sonden, die seit über 25 Jahren permanent im Einsatz sind. Eine Wartung Autor: Dipl.-Wirtsch.-Ing. Björn Arndt, Leiter Messtechnik/Business Manager Instrumenta tion, Pfaudler GmbH, Schwetzingen bzw. Kalibrierung der Sonde ist meist erst erforderlich, wenn die gesamte Anlage einmal im Jahr zur Wartung abgeschaltet wird. Kombinierte pH/ORP-Sonden (Oxidations-Reduktions-Potenzial) kommen in REA- Anlagen zum Einsatz, um die im Abwasser befindlichen AOX-Verbindungen zu über wachen. Damit ist es möglich, mit nur einer Messsonde und einem Messumformer simultan beide Messwerte in der Rauchgasentschwefelung Die pH-Ringsonde wird zum direkten Einbau in den Produktstrom zwischen zwei Rohre geflanscht Waschsuspension zu erfassen. Bereits vorhandene Pfaudler-pH-Sonden können einfach ausgetauscht werden, da sie mechanisch und elektrisch kompatibel sind. Pfaudler-pH/ORP-Ringsonden kommen in der Regel mit einer Nennweite von DN 50 zum Einsatz. Diese werden direkt in die Leitung zwischen einer Flanschverbindung eingesetzt. Dadurch wird eine Verengung des Leitungsquerschnitts verhindert und eine geringere Abrasion der Sonde erzielt. Fotos: Fotolia, Pfaudler www.pfaudler-messtechnik.de Das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Entschwefelung von Abgasen ist das sehr effizient arbeitende Nassverfahren. Dabei wird das in Lösung saure Schwefeldioxid in einem Waschturm (Absorberturm) durch eine alkalische Waschsuspen sion gebunden. Hierbei wird meist Calciumcarbonat zur Neutralisation verwendet. Das bei diesem Prozess entstehende Calciumsulfit wird durch das Einblasen von Luft (Aufoxidation) im unteren Teil des Absorberturms in Calciumsulfat (Gips) umgewandelt. Dieser kommt als Baustoff in der Bauindustrie zum Einsatz. 34 wlb 3/2016

LUFTREINHALTUNG/KLIMASCHUTZ Luftreinhaltung durch Staubbindesystem Frutiger stellt seine Mobydick Dust Control Cannon Produktpalette vor, die besonders leistungsfähig bei der Staubniederhaltung sein soll. Viele herkömmliche Systeme arbeiten noch mit Niederdruckpumpen, die große und dabei unterschiedlich große Wassertropfen erzeugen. Dieses Staubbindesystem setzt auf die Wasserverneblung mittels Spezialpumpen von 20–25 bar und geeigneter Düsen, die eine hohe Anzahl kleinster Wassertropfen erzeugen. Mit dem Modell Cannon 50 werden 50–150 µm im Außenbereich und 20–80 µm im Innenbereich erzielt. Dieser dichte Nebel mit einer hohen Anzahl kleinster Wassertropfen und homogener Größe arbeitet effizienter als die Technologie mit Niederdruckpumpen. Mit ihrer geringeren Flug- und Fallgeschwindigkeit verbleiben sie länger in der Luft, ihre Sogwirkung ist vermindert, so binden sie sich öfter an Staubkörner und sinken gemeinsam mit ihnen zu Boden. Diese Technologie hat sich so zu einem bewährten System der Staubbindung entwickelt, das Fertigungsprozesse sauberer macht und die arbeitsschutzrechtlichen Bedingungen erfüllt. www.frutiger.ch Absauganlagen entfernen Staub und Rauch ULT hat ihre Absaug- und Filteranlagen der Serien 1500 und 2500 nun für die Beseitigung von Staub und Rauch weiterentwickelt. Beide Systeme der Geräteserie ASD basieren auf einem optimal konfigurierten modularen Geräte- und Filterkonzept, das hohe Schadstoff-Abscheideraten, ein vereinfachtes Filterhandling und hohe Filterstandzeiten garantiert. Anwender profitieren neben Kosten- und Zeiteinsparungen auch vom geringen Druckluft-Bedarf für die Jet- oder Rotationsdüsenabreinigung der eingesetzten Patronenfilter. Die Filter wurden für die Beseitigung trockener, nicht brennbarer Stäube konfiguriert. Durch die regelmäßige differenzdruckabhängige pneumatische Abreinigung der Filterelemente werden sehr hohe Standzeiten der konischen Filterpatronen gewährleistet. www.ult.de DAkkS-Akkreditierung für Durchflusskalibrierungen Höntzsch erweitert die bereits bestehende DAkkS-Akkreditierung für Strömungsgeschwindigkeit um die Messgrößen Durchfluss, Volumenstrom sowie Massedurchfluss von Gasen. Das Kalibrierportfolio auf Basis der DIN EN ISO/IEC 17025:2005 umfasst bei der Strömungsgeschwindigkeit von Gasen einen Messbereich von 0,1 m/s bis 70 m/s mit einer Messunsicherheit von 0,5 %. Bei der Darstellung des Volumendurchflusses von strömenden Gasen liegt der Messbereich zwischen 5 m³/h und 5500 m³/h. Massedurchflüsse von 2,0 bis 6600 kg/h können ebenfalls mit einer Messunsicherheit von 0,25 % kalibriert werden. Das Kalibrierlabor bietet auf zahlreichen weiteren Prüfständen zudem ein umfassendes Leistungsspekt rum bei ISO-/Werkskalibrierungen. Dazu zählt die Kalibrierung des Volumendurchflusses für Luft und andere inerte Gase bei Drücken bis zu 10 bar. Beim Volumendurchfluss atmosphärischer Luft wird ein Messbereich von 0,06 bis 5500 m³/h abgedeckt. www.hoentzsch.com Ausströmende Luft verbessert Absauganlagen Dicke Dampfschwaden wabern aus dem Topf, die Dunstabzugshaube läuft auf höchster Stufe – dennoch zieht ein Teil des Dunstes am Küchenabzug vorbei. Den Grund hierfür kennt Peter Hollenbeck vom Fachbereich Energie, Gebäude und Umwelt sehr genau. In seiner Doktorarbeit untersucht er Absaugvorgänge nach dem sogenannten Aaberg-Prinzip. Abhilfe bei dieser Problematik schafft die nach seinem Erfinder benannte Aaberg- Absaugung. Durch einen Zuluftstrom, der radial – also um die Ansaugöffnung herum – ausströmt, erhöht sich die Geschwindigkeit der abgesaugten Luft deutlich. „Dadurch entsteht eine gerichtete Absaugung und der Wirkungsbereich lässt sich im Vergleich zu einer konventionellen Anlage bis auf das 10-Fache erhöhen“, erklärt Hollenbeck. „Der Bereich, aus dem abgesaugt wird, wird von vielen Faktoren beeinflusst.“ Deshalb untersucht er, wie sich diese Faktoren auf die Größe des Absaugbereiches auswirken. www.fh-muenster.de Erweiterbarer Monitor in UV-Desinfektionsanlagen Der UV-Monitor DUV27 ist der erste Vertreter der neuen Typenreihe von UV-Monitoren mit erweitertem Funktionsumfang. Die Monitore dienen in Verbindung mit UV-Sonden der Typenreihe SUV zur direkten Anzeige und Überwachung der Bestrahlungsstärke von UV- Strahlungsquellen, insbesondere für UV-Desinfektionsanlagen. Darüber hinaus ermöglicht das Gerätekonzept den Anschluss zusätzlicher Sensoren. Die Monitore verfügen über einen Touchscreen. Das Gerätemenü kann kundenspezifisch bei der Fertigung angepasst werden. Der Monitor besitzt acht Analogeingänge zum Anschluss von Sensoren mit Analogausgang 4–20 mA oder 0–5/10 V DC. UV-Sensoren ohne kalibrierten Analogausgang (UV-Fotodiode) sind für Relativmessungen (0–110 %) ebenfalls nutzbar. Darüber hinaus können über einen RS485-Bus mit ILM-COM- Protokoll bis zu 128 Sensoren mit digitaler Schnittstelle sowie kundenspezifische Erweiterungsmodule angeschlossen werden. www.il-metronic.de wlb 3/2016 35