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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2016

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WASSER-/ABWASSERTECHNIK

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Höhenunterschied überwunden Rohabwassertransport mit Kolbenmembranpumpen im Abwasserwerk Büre Michael Albrecht Im Jahr 2010 wurde auf dem Sürenberg in Winterberg ein ca. 15 ha großer Ferienpark mit knapp 120 Ferienhäusern gebaut, der bis Ende 2011 auf fast 200 Häuser anwuchs. Durch diese Neubaumaßnahme musste auch das bestehende Abwasserpumpwerk einer Neubetrachtung unterzogen werden. Während bis dato nur die Abwässer der bestehenden Gastronomiebetriebe, des Golfplatzes und des Schullandheims auf dem Sürenberg entsorgt werden mussten, stieg durch den Neubau des Ferienparks die Abwassermenge beträchtlich an. Das bestehende Abwasserpumpwerk Büre verfügte über 2 × 2 Drehkolbenpumpen, die jeweils in Reihe geschaltet waren. Um den erforderlichen Druck aufzubringen, müssen die Abwässer doch knapp 500 m weit bei einem Höhenunterschied von etwas über 60 m zur Kläranlage Elkeringhausen gefördert werden. Dort erfolgt die Reinigung des Abwassers. Erweiterung des Pumpwerkes Der im Belebtschlammprozess anfallende, eingedickte Schlamm wird dann zur Kläranlage Züschen zur Entwässerung weitertransportiert. Auf der Kläranlage in Züschen ist seit 1982 eine Kolbenmembranpumpe des Herstellers Abel zur Filterpressenbeschickung erfolgreich in Betrieb. Deshalb wurde auch für die Erweiterung des Pumpwerks Büre der Einsatz von Abel-Pumpen in Betracht gezogen. Das Ingenieurbüro Veldhuis in Winterberg wurde mit der Planung Autor: Michael Albrecht, Produktmanager, Abel GmbH & Co. KG, Büchen der Pumpwerkserweiterung betraut. Im Februar 2010 fanden die ersten Gespräche mit Abel über den Einsatz von Kolbenmembranpumpen für die Rohabwasserförderung statt. Da das Pumpwerk mannlos und vollautomatisch, d. h. ohne Bedienpersonal betrieben wird, war die Verfügbarkeit neben einem hohen energetischen Gesamtwirkungsgrad das entscheidende Auswahlkriterium. Sanfter Anlauf Die Wahl fiel auf zwei Kolbenmembranpumpen der HM-Baureihe für eine Förderleistung von 10 bzw. 15 l/s gegen einen Förderdruck von bis zu 10 bar. Beide Pumpen sind mit Frequenzumformern ausgestattet, um die Förderleistung den anfallenden Abwassermengen anpassen zu können, und um einen sanften Anlauf gegen die geo - d ätische Förderhöhe zu ermöglichen. Eine Niveauüberwachung im Zulauf des Pumpwerks dient als Start- und Stop-Signal für die Pumpen. Je nach anfallender Abwassermenge werden eine oder bei Spitzenlast sogar beide Pumpen parallel betrieben. Ein den Pumpen vorgeschalteter Mazerator zerkleinert die im Abwasser vorhandenen Fremdstoffe auf 3–4 mm Partikelgröße. Die kleinere der beiden Pumpen wurde auf dem Platz der bis dato installierten Drehkolbenpumpen gesetzt. Für die größere Pumpe wurde das Pumpwerksgebäude erweitert. Sie steht ebenerdig und muss dadurch eine geodätische Saughöhe von etwas über 3 m überwinden, was von der Pumpe problemlos bewältigt wird. Die Inbetriebnahme der Pumpen erfolgte Ende 2010, und auch nach gut sechs Jahren Betrieb arbeiten die Pumpen noch immer mit dem ersten Satz Ventilkugeln und -sitzen. Neben Kleinteilen musste in dieser Zeit lediglich an einer der beiden Pumpen eine Membrane vorsorglich getauscht werden. Die Erwartungen an einen mannlosen und störungsfreien Betrieb wurden also vollumfänglich erfüllt. www.abel.de Für die größere Kolbenmembranpumpe wurde das Pumpwerksgebäude erweitert 26 wlb 3/2016

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Kompakte und effiziente Pumpen und Belüfter Tsurumi zeigte auf der Ifat unter anderem den Tauchbelüfter TRN in aktueller Version: Er trägt Umgebungsluft selbstansaugend in Abwasserbecken ein, um den Klärprozess zu unterstützen. Die erzeugte Bewegung schützt zudem vor Ablagerungen. Das System tritt gegen die verbreiteten Membranbelüfter an: Im Vergleich zu diesen stehen diese Belüfter ohne Baumaßnahme frei im Becken, benötigen keinen Kompressor und kommen ohne Poren aus. Die kleine flachsaugende Pumpe LSC entfernt die Wasser von ebenen Flächen bis auf 1 mm Resthöhe unbeaufsichtigt im Dauerbetrieb. Leicht zu merken: Die LSC wiegt nur 11 kg, pumpt bis 11 m hoch und fördert bis 11 m³/h. Ein Spezialventil verhindert den Wasserrücklauf auch im Schlürfbetrieb. Bei vielen Feuerwehren ist sie Ausrüstungsstandard. Es geht noch kompakter: Mit rund 3400 g ist die neue Family wohl die kleinste Pumpe ihrer Art. Sie kann sich hinter einem iPad verstecken. Die Leistung ist beachtlich: Bis zu 5 m³/h und 6 m Förderhöhe schafft dieser Kraftzwerg. Konzipiert ist die Neuheit als Immer-dabei-Pumpe zum Beispiel für Handwerker und für Betriebsstellen aller Art. www.tsurumi.eu Rückstausicherungen verhindern Überflutung Das öffentliche Kanalsystem ist für den mittleren Regenwasseranfall dimensioniert. Bei stärkeren Regenereignissen oder bei Blockaden innerhalb des Kanalsystems kann es zum Rückstau kommen. Pentair Jung Pumpen hat auf einer neuen Webseite allerhand Wissenswertes zusammengetragen, auf der das Rückstauereignis veranschaulicht und Sicherungsmaßnahmen erläutert werden. Wenn der Abwasserkanal voll ist, kann das Wasser bis zum Straßenniveau, der s. g.Rückstauebene, ansteigen. Durch den direkten Kanalanschluss werden – ohne entsprechende Rückstausicherung – alle Räume unterhalb des Straßenniveaus geflutet. Viele Kommunen schreiben in ihren Satzungen pauschal: Gegen Rückstau aus den öffentlichen Abwasseranlagen hat sich jeder Anschlussnehmer nach den anerkannten Regeln der Technik zu schützen. Nur welche Maßnahmen entsprechen der Technik? Rückstauklappen oder Hebeanlagen? Der richtige Rückstauschutz ist immer ein Fall für den Profi. www.jung-pumpen.de Aktivkohlefilter stoppen Gestank aus Kanalschächten Stinkende Kanäle gehören mit Coalsi, einem Filtersystem für Straßenabläufe und alle gängigen Schachtabdeckungen, der Vergangenheit an. Das patentierte Filtersystem filtert die geruchsintensiven Gase der Kanäle und stellt zugleich die Entwässerung der Oberfläche problemlos sicher. Das Siphonsystem, das es für alle gängigen Schachtabdeckungen gibt, stoppt die Geruchsbildung durch Hybrid-Aktivkohlematten. Das System ist einfach und sicher zu handhaben und gewährleistet die dauerhafte Belüftung des Kanalsystems. Auch ein Nachwässern der Filter erübrigt sich – selbst nach langen Trockenperioden. Kommunen, die getrennte Kanalsysteme haben, profitieren von den Aquastop- Modellen (Fremdwasserverschluss), die den Zulauf von Regenwasser effektiv verhindern. www.fritzmeier-umwelttechnik.com Abwasser-Bauwerke mit Polyurea-Beschichtungssystem FSB Bautechnik hat das Polyurea-Beschichtungssystem Spectrashield vorgestellt, das Impulse für die Sanierung von Abwasser- Bauwerken im Bereich der Infrastruktur setzten soll. Das amerikanische Produktsystem Spectrashield, mit deutscher Zulassung und gutachterlichen Stellungnahmen abgesichert, ist ein bewährtes Sprühverfahren. Es weist im Verhältnis von Kosten, Haltbarkeit und Sanierungsdauer überzeugende Vorteile auf. Das Beschichtungssystem, das mit Nachhaltigkeit und Verarbeitungszeit punkten kann, wird in Deutschland nur von lizensierten Fachbetrieben verarbeitet. Nach Aussagen des Anbieters ergibt sich sofort eine extrem strapazierfähige Oberfläche. Für alle Fehlstellen wird im zweiten Schritt ein gasdichter Polyurethan-Schaum aufgetragen. Das Profil der ursprünglichen Oberfläche wird so zurückgewonnen. Nach dieser Füllschicht kommt zum Abschluss die oberste dritte Lage von Spectrashield zum Einsatz. www.fsb-technik.de Tsurumi.indd 1 12.04.2016 12:17:45 wlb 3/2016 27