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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2016

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WLB AKTUELL I INTERVIEW

WLB AKTUELL I INTERVIEW „Nur Mühlen liefern reicht nicht mehr!“ Der Anlagenbauer Getecha begeht sein 60. Firmenjubiläum Julius Moselweiß In diesem Herbst feiert das Aschaffenburger Familienunternehmen Getecha sein 60-jähriges Bestehen. Als kleiner Garagenbetrieb 1956 gegründet, entwickelte es sich zu einem der führenden deutschen Hersteller von Schneidmühlen für die kunststoffverarbeitende Industrie. Heute ist Getecha auch international ein gefragter Partner für die Realisierung integrierter Entnahme-, Zerkleinerungs- und Rückführsysteme mit hohem Automationsgrad. Autor: Julius Moselweiß, freier Fachjournalist, Darmstadt Herr Vogel, was bereitet Ihnen im Jubiläumsjahr von Getecha am meisten Freude? Mit einem gewissen Stolz erfüllt mich, dass wir es geschafft haben, uns in Europa als einer der führenden Hersteller von energieeffizienten Zerkleinerungslösungen für die kunststoffverarbeitende Industrie zu etablieren. Die Tatsache dass wir seit etlichen Jahren zunehmend auch als Automatisierer produktionsnaher Entnahme-, Zerkleinerungs- und Rückführprozesse bis hin zur Mahlgutförderung und Big-Bag- Befüllung gefragt sind, stimmt uns ebenfalls sehr zufrieden – und optimistisch zudem! Beides ist heute für einen mittelständischen Anlagenbauer deutscher Herkunft keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Welche Ereignisse haben diese positive Entwicklung des Unternehmens denn entscheidend beeinflusst? Getecha-Geschäftsführer Burkhard Vogel Als sich unser Firmengründer Ernst Rosenberger 1956 als junger Ingenieur für den Weg in die unternehmerische Selbstständigkeit entschied, wollte er sich in seiner häuslichen Garage eigentlich auf die reine Entwicklungsarbeit konzentrieren und zusätzlich ein wenig Maschinenhandel treiben. An den Aufbau einer eigenen Produktion dachte er zunächst nicht. Doch es kam alles anders. Anfang der 1960er-Jahre entstand die erste Fertigungsund Montagehalle am heutigen Standort Aschaffenburg, und um die Beschaffungslogistik zu optimieren wurden bereits wenig später weitere Lagerhallen gebaut. Damit waren die Grundlagen der betrieblichen Infrastruktur für die Entwicklung und Herstellung von leistungsfähigen Schneidmühlen für die kunststoffverarbeitende Industrie geschaffen. Worin sehen Sie heute die Stärken von Getecha – auch hinsichtlich der Abgrenzung zum Wettbewerb? Es reicht heute längst nicht mehr aus, nur zuverlässige und leistungsfähige Schneidmühlen zu liefern. Die Kunden – ob hierzulande oder international – erwarten inzwischen viel mehr. Sie wollen einen Partner, der ihnen über die reine Zerkleinerungstechnik hinaus maßgeschneiderte und hoch automatisierte Gesamtlösungen inklusive der Zuführ-, Entnahme-, Förder-, Verpackungs- und Kreislaufsysteme bereitstellt. So wie Getecha heute aufgestellt ist, können wir das bieten. Und zwar für alle Bereiche der kunststoffverarbeitenden Industrie von der Spritzgießtechnik und dem Thermoforming über die Blasformtechnik bis hin zum Kunststoffrecycling. Unsere großen Stärken liegen dabei nicht 10 wlb 3/2016

INTERVIEW I WLB AKTUELL nur im anlagen- und steuerungstechnischen Knowhow, sondern auch in der intelligenten Kombination moderner Zerkleinerungstechnik mit allen Arten von förder-, handhabungs- und verpackungstechnischen Peripherie-Systemen. Gerade das unterscheidet uns dann auch von vielen Wettbewerbern. Können Sie Veränderungen im Verhältnis zwischen Ihnen als Anlagenbauer und den Kunden beobachten? Von welchen Überlegungen lassen Sie sich denn derzeit bei ihren Produktentwicklungen leiten? Gibt es rahmenpolitische Entwicklungen, die Ihnen und dem Getecha-Management derzeit Sorgen bereiten? Ja, aber die sind nicht neu und betreffen fast alle Zweige der Industrielandschaft. Uns bereiten latent eigentlich immer solche Kräfte Sorgen, die sich pauschal gegen den Einsatz von Kunststoffen wenden, ohne zu erkennen, auf welch vielfältige Weise diese Materialien uns heute das Leben erleichtern. Gegen die Ja, wir sehen insbesondere eine immer deutlichere Aufspaltung der Kundschaft in zwei Gruppen. Die eine Gruppe kauft nur über den Preis und schiebt selbst qualitative Aspekte ins zweite Glied. Sie bedient sich vorwiegend aus dem Sortiment asiatischer Anbieter. Die andere, etwas kleinere Gruppe hingegen setzt auf hochwertiges Engineering, hat eher den Mehrwert einer anlagentechnischen Gesamtlösung im Blick und nutzt auch die übergreifende Betrachtungsweise der Total Cost of Ownership als Entscheidungsgrundlage für ihre Investitionen. Den Kunden dieser Gruppe und ihrer meist auf eine langfristige Zusammenarbeit angelegten Sichtweise fühlen wir uns eher verbunden. Kunden wollen heute einen Partner, der ihnen maßgeschneiderte Gesamtlösungen bereitstellt In der Technik sind es seit längerem vor allem die Aspekte Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit und Systemintegration, die unsere Entwicklungsarbeit leiten. Derzeit setzen wir außerdem zahlreiche Ideen aus der Konstruktion um, die den Wartungsaufwand für den Kunden senken und die Bedienung der Maschinen weiter vereinfachen. Viele der aktuellen Zerkleinerungsmaschinen und Anlagenkomponenten werden dementsprechend modernisiert. Als ganz zentrale, über all unsere RotoSchneider-Baureihen hinweg geltende Erfolgsfaktoren sehen wir auch die Flexibilität und Modularität unserer Maschinen. Denn vor allem diese beiden Aspekte stellen sicher, dass wir schnell und mit geringem Aufwand jede große Zentral- oder kleine Beistellmühle individuell auf den Bedarf des Kunden abstimmen können. Kunststoffbranche gerichtete Kampagnen vom Typ „Plastiktüten im Meer“ gehen völlig an der Sache vorbei! Hier ist doch vielmehr die Frage „Wer hat die Tüte ins Meer geworfen?“ Es muss endlich Schluss sein mit der wilden Entsorgung. Allen muss daran gelegen sein, dass sämtliche Wertstoffe wieder zurückgeführt werden in die Produktionskreisläufe. www.getecha.de Einfacher Austausch, mehr Wirtschaftlichkeit und höhere Zuverlässigkeit mit Norm- und Blockpumpen von Grundfos. Ein Anwendungsbeispiel: Die Stadtwerke Kiel mussten die veraltete Trinkwasser- Druckerhöhungsanlage in Kiel-Holtenau durch ein modernes und leistungsfähiges System ersetzen. Die Lösung von Grundfos: drei in einer Kompaktanlage zusammengefasste Normblockpumpen des Typs NBE 80-315/320. Das Ergebnis: eine deutlich erhöhte Effizienz, reduzierte Wartungskosten und maximale Flexibilität durch eine intelligente Steuerung. Erfahren Sie jetzt mehr auf www.grundfos.de/move und erleben Sie Grundfos bei einem exklusiven Event selbst.