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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2015

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ABFALLTECHNIK/RECYCLING

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Bloß nichts Neues Kompletter Verzicht von Virgin Material beim Einsatz von PET Birgitta Schenz Mit der Recyclat-Initiative hat ein Mainzer Familienunternehmen den Verpackungsmarkt aufgewirbelt. Die bekannten nachhaltig gestalteten Putz- und Reinigungsmittel sollen ebenso nachhaltig verpackt werden. Ziel ist es, die Rohstoffe aus der Sammlung des Dualen Systems Deutschland zu nutzen. Bisher landen die haushaltsnah gesammelten Schalen – PET und PET-Flaschen als Brennmaterial in kommunalen Verbrennungsanlagen – doch aus dem Müll kann ein sekundärer Rohstoff hergestellt werden, der wertvolles Rohöl als natürlichen Rohstoff schont. Jährlich werden 1,2 Mio. t Verpackungsabfälle im Dualen System Deutschland gesammelt – ca. 10 % davon sind PET-Abfälle. Während rund 50 000 t der PET-Verpackungsabfälle werkstofflich verarbeitet werden, wandern circa 70 //000 t als Hilfsbrennstoffe in kommunale Müllverbrennungsanlagen. In beiden Fällen geht Rohöl als endlicher Rohstoff dieser Verpackungen unwiederbringlich verloren, ist doch auch die stoffliche Verarbeitung auf Dauer eine Einbahnstraße. Zudem wird die Umwelt durch den erhöhten CO 2 -Ausstoß zusätzlich belastet. Werner & Mertz richtet sein Unternehmensziel jedoch darauf aus, kreislauffähige Produkte zu gestalten. Inhaltsstoffe wie Materialien sollen nach dem Cradle-tocradle-Prinzip in geschlossenen Kreisläufen zu führen und damit nachhaltig sein. Mit der Recyclat-Initative ist es dem Unternehmen gelungen, Verpackungen zu 100 % aus PET-Recyclat herzustellen und zudem den Recyclat-Anteil aus PET-Verpackungen aus dem Gelben Sack zu erhöhen. „Die Umstellung aller transparenten PET- Flaschen auf 100 rPET aus der Pfandflaschensammlung ist vollzogen“, erläutert Immo Sander, Leiter Verpackungsentwicklung, die dazu nötigen Schritte. Jetzt verfolgt das Unternehmen das Ziel, in den transparenten PET-Flaschen einen Anteil von mindestens 20 % rPET aus dem Gelben Sack beizumischen. Auf den erneuten Einsatz von Neu-PET, sogenanntem Virgin Material, werde komplett verzichtet. Denn ein Test mit Autorin: Birgitta Schenz, Leitung Unternehmenskommunikation, Werner & Mertz GmbH, Mainz 38 wlb 3/2015

Besuch der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in der Produktion 500 000 Flaschen Spülmittel im Handel sei positiv verlaufen. Weitere Großversuche sollen noch in diesem Jahr folgen. Nach dem großen Erfolg mit PET stellt das Unternehmen gemeinsam mit EPEA Switzerland und dem DSD auch seine anderen Verpackungen auf den Prüfstand – denn das Prinzip der Öko-Effektivität soll überall angewendet werden. Ohne ihre Partner wäre die Recyclat-Initiative nur ein halber Erfolg. Von Anfang an als Open-Innovation angelegt, lebt die Recyclat- Initiative vom technischen Know-how und der nachhaltigen Überzeugung ihrer Partner. Das vorhandene Wissen wird offengelegt mit dem Ziel, neue Partner in den Innovationsprozess und damit in die Wertschöpfungskette zu integrieren. Der Anfang ist gemacht, jetzt geht es darum, das Interesse der Händler und Hersteller an einem effektiven und Das Ziel sind PET-Flaschen mit mindestens 20 % PET-Recyclat nachhaltigen Recycling wach zu halten und die Kooperation weiter auszubauen. Auch die Politik soll dazu beitragen, durch wirtschaftliche Anreize das Potenzial der mehr als eine Million Tonnen gesammelten Kunststoff-Abfälle stärker auszuschöpfen. Etwa durch eine Regelung im geplanten Wertstoffgesetz, die einen erneuten Einsatz von Kunststoff aus der Sammlung Gelber Sack privilegieren könnte. Geschäftsführender Gesellschafter Reinhard Schneider ist von der Wirksamkeit seiner Idee überzeugt: „Das Pilotprojekt dieser gemeinsamen Initiative wollen wir zu einer flächendeckenden Idee der Nachhaltigkeit ausweiten, die sich im Bewusstsein der Verbraucher etablieren soll.“ Fotos: Fotolia, Werner & Merz www.werner-mertz.de E I N L A D U N G Mittwoch, 16. Sept. 2015 8:00 bis 16:00 Uhr Sparkassen-Arena Niedermayerstr. 100 84036 Landshut Messtechnik Steuerungstechnik Regeltechnik Prozessleitsysteme Automatisierung Führende Fachfirmen der Branche präsentieren ihre Geräte und Systeme und zeigen neue Trends im Bereich der Automatisierung auf. Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger die in ihren Unternehmen für die Automatisierung verantwortlich sind. Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den Workshops ist für die Besucher kostenlos. MEORGA GmbH Sportplatzstraße 27 66809 Nalbach Tel. 06838 / 8960035 Fax 06838 / 983292 www.meorga.de info@meorga.de Meorga.indd 1 12.06.2015 09:43:31 wlb 3/2015 39