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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2015

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TRENDTHEMA I ROHR- UND

TRENDTHEMA I ROHR- UND KANALSANIERUNG trat. Von der Quelle bis zum Ende des Wassersystems wurden an verschiedenen Stellen Druckwerte zusammengetragen. Diese Studie ergab jedoch keine signifikanten Ergebnisse, weil der Druckabfall bereits 30 m nach der Quelle begann und sich dann kontinuierlich bis zum anderen Ende des Netzabschnitts weiter fortsetzte. Die Suche nach der Lösung Wer suchet, der findet Kosteneffektive Lecklokalisierung mithilfe einer Spezialsoftware Perrine Parrod Der Betreiber des Wasser- und Abwassernetzes in der Westzone der Greater Metro Manila Area auf den Philippinen bedient sich der Modellierung von Wasserverteilungssystemen, um schwer auffindbare Leckstellen zu lokalisieren und das Leistungsniveau zu verbessern. Autorin: Perrine Parrod, Senior Marketing Manager, Bentley Systems, Melbourne, Australien In der Länge geplatztes 200-mm-Asbestzementrohr Tinajeros ist eine der 1345 hydraulisch isolierten Subzonen (DMA) in Malabon City, einer der 17 Städte und Gemeinden in der Westzone. Maynilad versorgt 2183 Wasseranschlüsse, in erster Linie für Privatkunden. Diese DMA war lange als ein problematisches Versorgungsgebiet bekannt, denn obwohl es zwei Einspeisungsstellen mit hohem Druck gab, konnte das Trinkwasser nicht mit dem vorgeschriebenen Leistungsniveau bereitgestellt werden. Im Leitungsnetz trat ein hoher Druckabfall auf, der es unmöglich machte, den ganzen Tag über das Mindestleistungsniveau von 5 m Wassersäule aufrecht zu erhalten. Das Wassernetz der DMA Tinajeros ist relativ alt, vor allem die im Jahr 1984 verlegte Asbestzement- Speiseleitung. Eine Erneuerung sämtlicher Leitungen war aus Kostengründen nicht durchführbar. Mit der Lösung zum Modellieren von Wasserverteilungssystemen von Bentley konnte eine nachhaltige und effiziente Alternativlösung umgesetzt werden. Unschlüssige Ergebnisse Eine Lecklokalisierung hat ergeben, dass es in den Versorgungsleitungen hunderte Lecks gab. Ihre Reparatur trug jedoch nicht zur Verbesserung des Wasserdrucks bei. Davon abgesehen lagen die Leitungen aufgrund des jahrelangen Straßenausbaus unter einer 2 m dicken Betondecke, sodass sich eine Auffindung der Lecks anhand von akustischen Messungen als ineffizient erwies. Erschwert wurde der Einsatz von akustischen Messsystemen, weil neben dem Wasserleitungsnetz Entwässerungsrohre verlegt sind. Daher musste nach anderen Lösungen gesucht werden. Maynilad begann, Daten zu sammeln und Feldanalysen durchzuführen. Es wurde ein Druck-Profiling durchgeführt, um herauszufinden, wo genau der Druckabfall auf- Die Lösung war die Erstellung eines Hydraulikmodells der DMA und seine Kalibrierung in Bezug auf den aktuellen Zustand des Wassernetzes. Das Versorgungs- und Druckmanagement mit dem kalibrierten Hydraulikmodell waren bei der Erkennung der Lecks im System hilfreich. Der Betreiber verwendete für die Analyse und den Entwurf des Wasserverteilungssystems die Software Watergems von Bentley. Für eine detaillierte akustische Leckerkennung wurde auch das auf genetischen Algorithmen basierende Darwin Calibrator Modul für eine automatische Kalibrierung des Modells verwendet. Mit dem Kalibrator konnten potenzielle Leckschwerpunkte lokalisiert werden. Im Gegensatz zur Durchführung langwieriger Bohrarbeiten mit Probelöchern und Erdaushuben, um zu prüfen, ob ein mit akustischer Messung detektiertes Leck wirklich vorhanden ist, konnten die Felduntersuchungen durch die Modellierung des Wasserverteilungssystems ganz erheblich eingeschränkt werden. Mit der Studie wurde an der vom Modell angegebenen Stelle in der Tat ein Leck lokalisiert. Nach dem Erdaushub wurde festgestellt, dass ein sechs Meter langer Abschnitt des 200-mm-Asbestzementrohrs, das in der Länge geplatzt war, für den enormen Druckabfall im Versorgungsgebiet verantwortlich war. Einsparungen im Wassernetz Nach der Reparatur dieses Lecks wurde ein deutlicher Anstieg des Drucks um 6 m (8,6 psi) verzeichnet und das in Rechnung gestellte Wasservolumen stieg um 200 m 3 / Tag. Dadurch wurden auch die Versorgungsverluste um fast 1900 m 3 reduziert. Durch das bessere Leistungsniveau im Versorgungsgebiet sind die Kunden nun mit der Versorgungsverfügbarkeit und dem Wasserdruck am Wasserhahn zufrieden. Das Hydraulikmodell wurde zunächst manuell kalibriert und anschließend mit dem Feature für Leckage-Hotspots der Software nochmals automatisch kalibriert, ein Vorgang, der lediglich drei Tage in Anspruch nahm. Die Reparatur des Lecks dauerte nur zwei Tage und kostete 1160 USD. Fotos: Fotolia, Bentley www.bentley.com 30 wlb 3/2015

ROHR- UND KANALSANIERUNG I TRENDTHEMA Manschette: 370 mm breit und druckdicht bis 4 bar Extra breit und extra druckdicht stellt sich die Manschettendichtung Typ 2B Magnum von Flexseal großen Aufgaben in der Rohrverbindung. Die mit 370 mm Breite und je nach Nennweite bis 4 bar extra druckdichte Manschettendichtung soll extreme Situationen meistern. Die maßgeschneiderten Manschetten verbinden Rohre aus allen Materialien und von allen Herstellern zuverlässig und dauerhaft dicht miteinander. Die besondere Breite sorgt dabei für eine höhere Toleranz, wenn die Rohrenden zugeschnitten werden. Außerdem gibt sie dem Rohr mehr Bewegungsspielraum bei Setzungen sowie der Wärmedehnung. Dank dieser Breite verschließt die Dichtmanschette auch unauffällig kleinere Risse und Löcher. Vor allem in sensiblen Einsatzbereichen wie Wasserschutzgebieten oder Kläranlagen verspricht sich der Hersteller eine höhere Sicherheit. Die individuell angefertigte Manschette erfüllt alle normativen Vorgaben nach DIN EN 295 sowie die Bestimmungen der DIBt-Zulassung. www.flexseal.de Kanalsanierungssoftware spart Kosten Rund ein Fünftel aller abwassertechnischen Anlagen in Deutschland sind schadhaft. Mit den Softwarelösungen von Ares behält man nicht nur den Überblick, sondern entwickelt Schritt für Schritt ökonomische Sanierungsstrategien.Mit dem Kanalkataster behält man den Überblick und hat ein perfektes Dokumentationswerkzeug. Beispielsweise werden hier auch die Ergebnisse von TV-Untersuchungen inklusive Befahrungsvideos festgehalten und können u. a. nach DIN EN 13508-2 bewertet werden. In vielen deutschen Ingenieurbüros ist es noch Realität, dass sowohl die Bewertung von Schäden als auch die anschließende Kosteneinschätzung für verschiedene Verfahren zur Beseitigung der Schäden, per Hand in einem Tabellenkalkulationsprogramm gemacht werden. Diese Herangehensweise ist in der Tat fehleranfällig, zeitaufwändig und damit kostenintensiv. Vor allem aber hat man im Ergebnis einer Kalkulation bzw. Kostengegenüberstellung keinerlei intelligenten Bezug mehr zu den eigentlichen Daten der Inspektion. Mit der Kanalsanierungssoftware gehört diese altbackene und ineffiziente Herangehensweise der Vergangenheit an. www.aresdata.de Kaliberbersten mit GFK-Rohren Um mögliche Schäden rechtzeitig zu erkennen, führen die Stadtbetriebe Unna jährlich bis zu 20 km Kamerabefahrungen ihrer Kanäle durch. Bei der anschließenden Auswertung für einen Stahlbeton- Mischwasserkanal DN1200 wurde eine umfangreiche Deformation (Ovalisierung), verursacht durch eine Rissbildung im Scheitel und in der Sohle von mehr als 25 mm, über größere Abschnitte festgestellt. Im Hinblick auf die Sanierung entschied man sich für ein Kaliberberstverfahren mit Hobas GFK-Vortriebsrohren, mit denen man bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hatte. Eine Sanierung mittels Schlauchliner kam aufgrund fehlender Statik nicht in Frage. Die Vorteile von GFK-Rohren, wie die leichte Verlegung und das günstige Verhältnis von relativ geringer Wanddicke bei gleichzeitig hoher Festigkeit, kamen hinsichtlich einer kurzen Bauzeit und der Sanierung in geschlossener Bauweise mit einem sehr engen Pressschacht von 2 × 2 m besonders zum Tragen. Beim eingesetzten Kaliberbersten wurden die vorhandenen Deformationen durch den Berstkopf zurückgedrängt und anschließend GFK-Vortriebsrohre eingezogen. Durch die grabenlose Sanierung bei einer Gesamtlänge von 77 m und der mittleren Sohltiefe von 7 m wurden so bis zu 180 LKW-Ladungen an Bodenaushub (1850 m 3 ) und eine ansonsten notwendige Grundwasserabsenkung vermieden sowie Anwohner und Umwelt größtmöglich geschont. Die Sanierung wurde innerhalb von sechs Wochen (eigentlicher Rohreinzug in zwei Tagen) erfolgreich abgeschlossen. www.hobas.de Planerunterstützung unter www.mall.info Nutzen Sie unseren Online-Service: n NEU: Projektberater n Bemessungsprogramme n CAD-Zeichnungen n Ausschreibungstexte n Technische Daten n Zulassungen / Zertifikate n Umweltlexikon n Einbau- und Produktfilme Nutzen Sie unseren persönlichen Service: n Bundesweite Beratung n 25 technische Fachberater Produktprogramm: n Regenwasserbewirtschaftung n Abscheider n Kläranlagen n Pumpen- und Anlagentechnik n Neue Energien www.mall.info Tel. 0771 8005-0