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wlb - Wasser, Luft und Boden 3/2015

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WASSER-/ABWASSERTECHNIK

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Die Allerkleinsten rausgeholt Pilotanlage zur einfachen Elimination von Mikroschadstoffen Ulf Tscherner Im Abwasser nachweisbare Mikroschadstoffe sind langlebige chemische Verbindungen, die ihren Ursprung beispielsweise in der Verwendung von Arzneimitteln, Röntgenkontrastmitteln, Biozid- Wirkstoffen und Pflanzenschutzmitteln haben. Die meisten Kläranlagen können diese Stoffe nicht ausreichend eliminieren. Welche Auswirkungen diese dann auf den menschlichen Organismus haben, ist weitgehend ungeklärt. Eliminationsraten ausgewählter Mikroschadstoffe im AKFBB-Reaktor Untersuchungsergebnisse an anderen Organismen zeigen jedoch, dass Rückstände endokriner Stoffe (beispielsweise Antibabypille) eine Verweiblichung von Fischen zur Folge haben und bei einigen Lebewesen bis zur Unfruchtbarkeit führen. Das Inar-Netzwerkunternehmen Igas research setzt ein spezielles Verfahren ein, das in der Lage ist, Mikroverunreinigungen abzubauen. Die Aktivkoks-Festbett-Biologie (AKFBB) stellt eine besonders effiziente Methode für den Abbau diverser Mikroschadstoffe dar, da dieser neuartige Reinigungsprozess mehrere biochemische und physikalische Phänomene ausnutzt. Zuerst wird das Aktivkoks-Festbett mit speziellen Mikroorganismen angeimpft. Im Anschluss erfolgt die Besiedlung des Festbettes bis zur Bildung eines komplexen Biofilms an der Seite üblicher Wasserbewohner. Diese Organismengemeinschaft aus verschiedenen Bakterien und Algen ist in der Lage, diverse Mikroschadstoffe – adsorptionsunterstützt – abzubauen. Die Verunreinigungen werden Autor: Ulf Tscherner, Bereichsleiter – Abwasser & Recyclingtechnologien, abc GmbH, Köln also nicht nur zurückgehalten, sondern durch Stoffwechselprozesse weitestgehend biologisch abgebaut. Referenzanlage Auf dem Klärwerk Innerstetal wurde eine solche AKFBB-Pilotanlage installiert und über ein Jahr wissenschaftlich begleitet. Bei diesem Demonstrationsvorhaben wurde neben der Mikroschadstoffelimination untersucht, ob das Verfahren in Kombination mit einer nachgeschalteten UV-Oxidation hygienisch einwandfreies Brauch- oder Badewasser erzeugen kann. Bereits bei einer Verweilzeit von nur eine Stunde im AKFBB erzielt man signifikante Abbauleistungen der Mikroschadstoffe. Eine Verdopplung der Verweilzeit auf zwei Stunden konnte den Abbau der Spurenstoffe um durchschnittlich 33 % erhöhen. Durch diese verlängerte Aufenthaltszeit in der Pilotanlage konnte bereits im Ablauf der Anlage die Konzentration des Analgetikums Diclofenac auf einen Wert von 0,5 μg/l gesenkt werden. Dies entsprach einer Reduktion um 72 %. Mit der nachgeschalteten UV-Desinfektion wurde das Abwasser hygienisch aufbereitet. Belastungen durch Escherichia coli und coliforme Keime waren nicht mehr nachweisbar. Zudem erzielte man durch die zusätzliche UV-Behandlung eine Steigerung der Spurenstoffelimination um durchschnittlich 15 %. Die nachgeschaltete UV- Behandlung führte bei Diclofenac sogar zu einer weiteren Elimination von 26 %, was zu einer Endkonzentration nach der Behandlung mittels AKFBB und UV von 0,04 μg/l führte. Damit kann die vorgeschlagene UQN für Oberflächengewässer für Diclofenac eingehalten werden. Vorzüge Die Aktivkoks-Festbett-Biologie stellt eine besonders effiziente Methode für den Abbau von diversen Mikroschadstoffen dar. Adsorptions-unterstützter biologischer Abbau von Spurenstoffen, kurze Verweilzeiten, lange Standzeiten von mehreren Jahren und geringe Betriebskosten sind nur einige Punkte, die dieses Verfahren sehr wirtschaftlich machen. Durch eine nachgeschaltete UV-Behandlung lässt sich einerseits eine gesteigerte Elimination einiger Mikroschad-stoffe erzielen, andererseits wird das behandelte Abwasser hygienisch aufbereitet. www.inar-netzwerk.de 24 wlb 3/2015

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Prozesswasser sicher entsorgen Gerade in der Industrie erfordert die letzte Stufe der Klärung mit Schlamm-Entwässerung und Entsorgung einen Dienstleister, der sowohl über die notwendige Systemstruktur, die Handlingsicherheit als auch Entsorgungskompetenz verfügt. Hierzu bietet Huning ein Rund-um- Service-Paket an, das nicht nur die Durchführung vor Ort gewährleistet, sondern auch alle technischen Aggregate aus eigener Herstellung bereithält bis hin zu Dekantern. Die Verzahnung von Technik und Service ist umfassend und kann auf jeden Anwendungsfall individuell eingestellt werden. Die Anlagenbauer innerhalb der Firmengruppe stellen sowohl stationäre Gesamtanlagen als auch mobile Entwässerungszentrifugen für Durchsatzleistungen von 10–120 m³/h her. Angeboten werden Systemlösungen über Förderung, Lagerung in Silos bis hin zur LKW-Verladung. Über diese Verladesysteme wird der entwässerte Schlamm, wenn möglich, einer Wiederverwertung über Kompostierung und Renaturierung zugeführt oder fachgerecht thermisch entsorgt. www.huning-umwelttechnik.de pH-Meter mit Bluetooth-Funktion Hanna Instruments stellt ein neues Produkt vor. Dabei handelt es sich um das pH-Meter Edgeblu, das jetzt erstmals mit einer Bluetooth-fähigen Messsonde ausgestattet ist und Messdaten kabellos über eine Distanz von 10 m übertragen kann. Neben der Messsonde besitzt die hochwertige, auffüllbare Glas-Elektrode HI11312 mit Doppelkammer auch einen eingebauten Temperatursensor und eignet sich damit für den Einsatz in unterschiedlichsten Umgebungen von – 20 bis + 120 °C. Das neue pH-Meter ist mit 250 g ein Leichtgewicht und zeichnet sich durch einen geringen Energiebedarf und eine hohe Akkulaufzeit aus. Direktlink zu unseren Kompaktanlagen TRINK-, PROZESS-, ABWASSER- UND GRUNDWASSERREINIGUNG www.hannainst.de Weniger Kosten beim Sickerwasser Die Sickerwasseraufbereitung stellt hohe Anforderungen an die Verfahrenstechnik. Eine Kalkulation besagt, dass die Aufreinigung mit hohem Aktivkohlebedarf ca. 5 €/m³ kostet. Mit dem neuen, auf dem Flocformer basierenden Verfahren konnten die Kosten auf ca. 20 % reduziert werden, mit keinem oder nur geringem Aktivkohlebedarf und verbesserter Ableitungsqualität. KOMPAKTE LÖSUNGEN FÜR INDUSTRIE UND KOMMUNEN Anlagenbau Mietanlagen Betrieb Service Von der Pilotierung über die Planung bis zu Vermietung oder zum Bau schlüsselfertiger Anlagen bieten wir Ihnen das gesamte Spektrum für die Trink-, Prozess- und Abwasseraufbereitung sowie Grundwassersanierung. Je nach Anwendungsfall nutzen wir moderne Membrantechnologien, konventionelle Verfahren oder Kombinationen aus beiden, um so die beste Lösung für Sie zu finden. Zech Water Technology GmbH · Jülicher Straße 336 · 52070 Aachen T +49 (0)241 96862-0 · F +49 (0)241 96862-66 · info@zech-water.com Unser Partner-Netzwerk in Ihrer Region finden Sie unter www.zech-umwelt.com www.aquen.de ZWT_AZ_2015_130x189_RZ.indd Zech.indd 1 1 02.03.2015 24.02.15 11:04:15 14:39 wlb 3/2015 25