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wlb - Wasser, Luft und Boden 2/2016

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IFAT I SPECIAL

IFAT I SPECIAL Schlüssel zu urbanem Wasser Lösung für eine sichere Infrastruktur in Megacities und Chancen zur Energieerzeugung Mads Warming Wasser – ein für unser Leben äußerst wichtiger Stoff. So besteht der menschliche Körper zu 70 % aus dieser Flüssigkeit. Ohne Zufuhr von Flüssigkeit ist der Körper nicht über längere Zeit lebensfähig. Aber genau hier fängt bereits heute das Problem an. So hat eine steigende Zahl an Menschen keinen Zugang zu dem wertvollen Nass. Besonders schlimm sieht es in den sogenannten Megacities aus. Der hohe Bedarf an Wasser und die schlechte Infrastruktur dort sorgen dafür, dass große Teile der Bevölkerung keinen Zugang zu Trinkwasser hoher Qualität und Reinheit haben. B is 2050, so eine Untersuchung der Vereinten Nationen, steigt der Trinkwasserbedarf um ca. 55 %. Und schon in zehn Jahren, so die Einschätzung, leben 50 % der Weltbevölkerung in Gebieten mit einem zeitweisen oder ganzjährigen Wassermangel. Die Ballungszentren haben häufig bei so vielen Menschen nicht die Infrastruktur, eine überall funktionierende Wasser-/Ab- Wasserversorgung Arhus Seit 2010 hat die Marselisborg Kläranlage ihren Schwerpunkt von minimalem Energieverbrauch auf die Erzielung einer möglichst hohen Nettoenergieerzeugung verschoben. Heute erzeugt die Anlage netto 90 % mehr Energie in Form von Strom und Wärme, als sie braucht, ohne weiteren Einsatz von externen Brennstoffen. Dazu speist sie auch Wärme in das Fernwärmenetz ein. Der CO 2 Footprint ist entsprechend um 35 % gesunken. Insgesamt sorgen mehr als 140 VLT Aqua Drive Frequenzumrichter für einen optimierten Klärprozess, indem sie alle Pumpen, Mischer, Lüfter und Entwässerungspumpen stets am optimalen Betriebspunkt betreiben. Die Abwasserbehandlungsanlagen erhalten insgesamt 35 Mio. m 3 Abwasser pro Jahr. Die größte dieser Anlagen, Marselisborg, hat eine Kapazität von 200 000 PE. Seit der ersten Inbetriebnahme der Frequenzumrichter im Jahr 1990 haben die Betreiber die Anlage immer weiter optimiert. wassertechnik zu installieren. So beträgt in manchen Gebieten der Wasserverlust in überalterten und maroden Leitungen bis zu 50 %. Es ist also notwendig, ausreichende und sichere Infrastrukturen zu schaffen. Steigender Energiebedarf erfordert ein Umdenken Aus den wachsenden Megacities und ihrer teilweise schlechten Infrastruktur für Trinkwasser erwächst eine weitere Herausforderung: Die Versorgung der Einwohner, aber auch der Wasserversorgung mit ausreichend Energie. Dabei zählt die Aufbereitung und Klärung von Wasser und Abwasser zu den energieintensivsten Anwendungen bei kommunalen Aufgaben. So entfallen 25–40 % des Energieverbrauchs in den Städten auf diese Anlagen. Doch wie lässt sich diese Entwicklung stoppen? Mögliche Lösung: Wassermanagement für bessere Wasserversorgung mit höchster Energieeffizienz Das ein anderer Umgang mit Wasser, der Wasserversorgung und Energieeffizienz möglich ist, bei gleichzeitiger Steigerung der Wirtschaftsleistung, soll das Beispiel Dänemark zeigen. Seit 1980 hat das Land seine Wirtschaft um ca. 80 % gesteigert – dabei aber seinen Wasserverbrauch trotzdem um fast 40 % reduzieren können. Dabei konnten die Verantwortlichen auf Unterstützung aus der Industrie bauen, beispielsweise durch Technologien von Danfoss. Ein Beispiel aus diesem Bereich ist ein Wasserversorgungs- und Kläranlagenbetreiber aus dem dänischen Aarhus. Er schaffte in nur wenigen Jahren die Umstellung von einer einfachen Kläranlage zu einer funktionierenden Einheit aus Kläran- Autor: Mads Warming, Global Director Water, Danfoss Drives, Grasten, Dänemark 24 wlb 2/2016

SPECIAL I IFAT lage, Fernwärme- und Energielieferant. Heute produziert die Anlage 90 % mehr Energie, als sie benötigt. Dabei hilft die Nutzung der Abwärme im lokalen Fernwärmenetz, die Produktion von Energie durch die Faulgase des anfallenden Schlamms und die hohe Steigerung der Effizienz aller Pumpen, Mischer, Entwässerungspumpen und Lüfter durch durchgängigen Einsatz modernster drehzahlgeregelter Antriebe. Insgesamt mehr als 140 davon versehen ihren Dienst in der Anlage. Inzwischen besuchen Delegationen aus aller Welt die Anlage, um das Konzept auch für ihre Systeme zu übernehmen. Energiekosten in Meerwasserentsalzungsanlagen einsparen, ein wich tiger Beitrag, denn 70 % der Kosten für eine solche Anlage entstehen durch die Energiekosten. Die sichere Trinkwasserversorgung der gesamten Menschheit ist eine große Heraus forderung. Wasser wird zu einem äußerst wertvollen Gut, das das Potenzial zu heftigen Auseinandersetzungen in sich trägt. Dennoch: Schon heute sind bewährte, effiziente Technologien verfügbar, das Problem deutlich zu reduzieren und langfristig eventuell ganz zu beseitigen. Halle A6, Stand 328 www.danfoss.de/drives Weitere Einsparpotenziale für eine bessere Zukunft Neben den Einsparungen in den direkten Wasser-/Abwasseranlagen gibt es weitere Bereiche, bei der Trinkwasserversorgung deutlich Kosten zu reduzieren. So hat McKinsey festgestellt, dass allein durch Leckagen in den Wasserleitungen der großen Städte weltweit jährlich 167 Mrd. US-Dollar versickern. Bis zu 50 % betragen in manchen Städten die Verluste, so die Vereinten Nationen. Dabei ließe sich durch moderne Antriebstechnik dieser Verlust relativ leicht und kostengünstig um 30–40 % verringern. Alle dafür notwendigen Technologien sind vorhanden. Ebenso lassen sich bis zu 50 % Trends für die globale Wasserwirtschaft Entdecken Sie Mehr als eine Ballenpresse. In jedem HSM Produkt steckt unsere ganze Kraft. Besuchen Sie uns auf der IFAT und erleben Sie wie viel Mehr in jeder HSM Ballenpresse steckt: Mehr Ideen Mehr Qualität Mehr Service Mehr Individualität Wir freuen uns auf Sie! IFAT München, 30.05. - 03.06.2016 Halle C1, Stand 251/350 www.hsm.eu