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wlb - Wasser, Luft und Boden 2/2016

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SPECIAL I IFAT

SPECIAL I IFAT Lösungsansatz Stille Nacht Einsatz von Oberflächenbelüftern in der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Körkwitz Wolfgang Heuer Der Einsatz einer verbrauchsoptimierten und energieeffizienten Belüftungstechnik ist für jedes Klärwerk essenziell. Dass nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch die Lärmemission der Belüfter ein Problem sein kann, mussten die Betreiber der Kläranlage in Körkwitz feststellen. Wie die Lösung dieses Problems mittels neuartiger Technik aussieht, wird im Folgenden berichtet. Für den Vorsteher des Abwasserzweckverbandes Körkwitz, Martin Vogt, bleibt das Jahr 2010 nicht nur in schlechter, sondern auch in guter Erinnerung. Eine Bürgerinitiative hatte sich gebildet und gegen den Betriebslärm der Kläranlage des Zweckverbandes protestiert. Nach jahrelanger Duldung des Lärms, der insbesondere nachts die in der Nachbarschaft der Kläranlage ansässigen Bewohner praktisch nicht schlafen ließ, wurde die Initiative mit dem Ziel gegründet, kurzfristig eine technische Lösung zu erstreiten, um endlich wieder bei offenen Fenstern in Ruhe schlafen zu können. Der Lärm wurde durch insgesamt sechs Oberflächenbelüfter verursacht, mit denen die beiden Belebungsbecken mit Sauerstoff versorgt und der Inhalt umgewälzt wurde. Er resultierte im Autor: Wolfgang Heuer, Geschäftsführer, Biogest International GmbH, Dresden Wesent lichen durch den Betrieb der Antriebs maschinen, aber auch durch ein mit einem Wasserfall vergleichbares Wasserrauschen. Besonders unangenehm waren die unterschiedlichen Lärmpegel – verursacht durch eine bedarfsabhängige Anpassung der Betriebsdrehzahlen. Für den Betriebsleiter der Kläranlage gab es allerdings noch einen weiteren Grund, sich für eine Problemlösung einzusetzen: der besonders hohe Stromverbrauch der Antriebe und die hiermit verbundenen hohen Betriebskosten. So lag es nahe, nach alternativen technischen Lösungen zu suchen. 3D-Ansicht einer Belüftungsturbine Infrage kam ein kompletter Systemwechsel durch Installation von feinblasigen, am jeweiligen Beckenboden angeordneten Druckluftbelüftern mit der Notwendigkeit, die für die Erzeugung der Druckluft erforderlichen Gebläse als auch die verbindenden Rohrleitungen zu installieren. Angesichts der erheblichen Umbauarbeiten und der Notwendigkeit, die Belebungsbecken zur Durchführung der Austauscharbeiten komplett zu entleeren, erkannte der Betreiber relativ schnell, dass dieser Lösungsweg kaum infrage kam. Deshalb widmete er sich der Suche nach geeigneten Ersatzbelüftern unter Ausnutzung der vorhandenen Brücken. Eine Marktrecherche führte ihn schließlich zu den BSK-Belüftungsturbinen, von denen er sich gleich mehrere Vorteile versprach: n deutlich geringere Lärmentwicklung des Gesamtsystems n verbesserte Effizienz und somit signifikante Reduzierung der Betriebskosten n absolute Korrosionsbeständigkeit durch Anwendung von Edelstahl aller wasserberührten Komponenten n hohe Mischleistung durch Erzeugung einer Tiefenströmung und Vermeidung von Schlamm-Sedimentationen Ohne Beckenentleerung konnten die Oberflächenbelüfter ausgetauscht werden. Der Hersteller hatte hierzu eine individuelle Basiskonstruktion entwickelt, die auf die vorhandene Einbausituation exakt abgestimmt war. In Anwesenheit von Teilnehmern der Bürgerinitiative erfolgte die Inbetriebnahme. Das Erstaunen war groß, als selbst bei maximaler Drehzahl der Belüfter keine Betriebsgeräusche entstanden, die auch nur annähernd an die früheren Lärmpegel heranreichten. Grund genug, die Bürgerinitiative aufzulösen. Für die Betriebsleitung wurden gleich zwei Probleme gelöst: Einerseits wurde die Lärmquelle eliminiert und andererseits sank der elek tri sche Leistungsbedarf deutlich unter das erwartete Niveau. Die Begründung für die Lärmreduzierung findet sich in der Konzeption der Antriebsmaschinen. Die Kombination von niedriger Motor drehzahl, schalldämpfenden Motorgehäuse sowie spezieller Konfiguration der Frequenzumrichter (Vermeidung von „Motorsingen“) reduzieren den Lärm pegel am Anlagenzaun auf deutlich unter 40 dB(A). Hinzu kommt ein erheblich reduziertes Auswurf geräusch der Belüftungstur binen – begründet durch die spezielle Schaufelform. Halle A2, Stand 315 www.biogest-international.de 22 wlb 2/2016

Produktinnovationen Nachhaltige Verfahren zur Abwasseraufbereitung Antech-Gütling präsentiert sich als Komplettanbieter für alle gängigen Verfahren rund um die industrielle Abwasser- und Prozesswasseraufbereitung, aber auch von Verfahren zur Wertstoffrückgewinnung und Regenerierung von Prozesslösungen. Schwerpunkt wird die Ecaled Verdampfertechnologie sein mit der neuen, besonders energiefreundlichen Baureihe RV N, die auf dem Prinzip der mechanischen Brüdenverdichtung beruht. Pro Liter Destillat werden nur rund 55 Wh Energie benötigt. Durch die große Bandbreite der unterschiedlichen Verdampferverfahren lassen sich verschiedenste industrielle Abwässer von stark sauer bis hoch alkalisch aufbereiten bei Verdampfungstemperaturen im Bereich von 30–90 °C. Dabei können flüssige und zähflüssige Konzentrate produziert werden, aber zum Beispiel auch Konzentrate als Feststoff wie mit dem Superkonzentrator Typ RW. Halle A2, Stand 405 www.agw.de Entstaubung modular verbessert Grundprinzip der Entstaubung ist die zweistufige Abluftreinigung durch einen Schwerkraftabscheider und nachgeschalteten Venturi-Wäscher. Über einen Kamin verlässt die gereinigte Abluft das System. Das komplexe System dieser Entstaubungsanlagen wurde, jetzt den gestiegenen Anforderungen der Immissionsschutzgesetzgebung in Deutschland und der EU Rechnung tragend, vom Hersteller Metso hin zu einem modularen System mit deutlichen Verbesserungen weiterentwickelt. In einem umfangreichen Prozess zeigen sich heute bereits erhebliche technische Fortschritte und Lösungen für das Immissionsszenario der Zukunft. Das neue, modulare Entstaubungssystem ist so konzipiert, dass es sich auch schrittweise in bestehende Anlagen einbringen lässt. Halle C3, Stand 141/240 www.metso.com/recycling ABFALLEIMER DER SONDERKLASSE. CURRENTA – Schadstoffe umweltgerecht entsorgen. Direkt am Rhein zwischen Leverkusen und Krefeld-Uerdingen befinden sich drei der fortschrittlichsten Entsorgungsstandorte Europas, die Kommunen und Industriebetriebe aus ganz Deutschland nutzen. Hier verwerten und entsorgen wir Sonderabfälle jeglicher Art sicher und umweltgerecht in eigenen Anlagen. Für anorganische Sonderabfälle haben wir auf unserer 65 ha großen DK III-Deponie ausreichend Kapazität. Wenn Sie jetzt also die Sonderklasse der Entsorgung kennenlernen wollen, sprechen Sie Michael Mross an. Tel +49 2133 5121156 oder michael.mross@currenta.de Currenta GmbH & Co. OHG 51368 Leverkusen www.currenta.com Ein Unternehmen von Bayer und LANXESS