Aufrufe
vor 9 Monaten

wlb - Wasser, Luft und Boden 2/2015

wlb - Wasser, Luft und Boden 2/2015

ABFALLTECHNIK/RECYCLING

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Gleiche Qualität unter vereinfachten Bedingungen Kanalballenpresse mit geringeren Anforderungen an Stromanschlüsse Nicola Huber Bei der Anschaffung von Maschinen müssen gerade mittelständische Unternehmen, die nicht in einem völlig erschlossenen Gewerbegebiet ansässig sind, häufig auf die niedrige Leistung der zur Verfügung stehenden Stromanschlüsse Rücksicht nehmen. Speziell hierfür wurden Kanalballenpressen mit einem Bedarf von nur 15 kW entwickelt. Die BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH, die als Recyclingfirma unter anderem PPK 1.04 in losem und vorverpresstem Materialzustand verarbeitet, kann aufgrund ihres Standortes nicht mit einer herkömmlichen Presse, die mindestens 37 kW benötigt, arbeiten. Seit 2014 hat die Firma die Kanalballenpresse Prima60 der Aventek Technologies GmbH im Betrieb. Diese benötigt bei einer Presskraft von 60 t eine Antriebsleistung von lediglich 15 kW und lässt sich somit flexibel einsetzen. Das sorgt dafür, dass das Berliner Unternehmen nicht auf wichtige Arbeitsmittel verzichten muss. Materialien wie Papier, Pappe und Kartonagen können in losem Zustand mit der Kanalballenpresse auf ein Zwanzigstel ihres Volumens zu vermarktungsfähigen Ballen verdichtet und gepresst werden. Damit lassen sie sich stapeln und ermöglichen so eine optimale Auslastung des Transport- Autorin: Nicola Huber, freie Redakteurin, ABOPR Pressedienst B.V., München LKW. Diese Vorgehensweise ist insbesondere bei Sortieranlagen und allgemein bei industriellen Prozessen üblich, die so am meisten von der Kanalballenpresse profitieren. Aber auch Recyclingunternehmen wie die BUK GmbH, die bisher fremd verpressen ließ, erzielt viele Vorteile: „Für ein kleines, mittelständisches Unternehmen liefert Aventek das beste Gesamtpaket“, berichtet Thomas Parnitzke, Inhaber des Berliner Unternehmens. „Zum einen ist die Stromaufnahme bei gleich bleibender Pressleistung soweit reduziert, dass die Presse an jedem beliebigen Standort eingesetzt werden kann – und zwar ohne weitere Investitionen tätigen zu müssen. Darüber hinaus sind die Gleitschienen für den Presskolben einfach austauschbar. Die Wartungskosten werden dadurch gering gehalten, da nicht jedes Mal ein Servicetechniker gerufen werden muss.“ Ein weiterer Vorteil für kleinere Unternehmen ist die Tatsache, dass die Maschine in kürzerer Bauform lieferbar ist. Außerdem ist die Prima60 mobil und ohne großen Aufwand mit Standardmodulen anzupassen. Gleichzeitig ist der Stempel nicht auf Rollen, sondern auf Gleitschienen gelagert, was die Pflegeintensität deutlich senkt. Mithilfe von Hakenfahrzeugen lässt sich die Presse – ganz ohne Kran – an mehreren Stellen einsetzen. Zudem ist die Handhabung quasi selbsterklärend. Aventek betreut jedoch im Rahmen des normalen Services den Aufbau direkt beim Kunden vor Ort, richtet die Maschine ein und führt zur Kontrolle auch die ersten Pressversuche durch. Dabei werden alle Mitarbeiter eingewiesen. „Innerhalb von einer Stunde kann man die Prima60 gut beherrschen“, bemerkt Parnitzke. Der gesamte Prozess vom Aufbau bis zur endgültigen Inbetriebnahme nimmt in der Regel nur einen Tag in Anspruch. Arbeitsschutz trotz manuellem Eingreifen Um Ballen nach Normmaß zu pressen, wird das Ausgangsmaterial in den 1,10 × 1,20 m – auf Kundenwunsch auch bis zu 1,45 m – großen Schacht der Presse gefüllt. Dieses fällt an einem Sensor vorbei, der der Maschine automatisch das Signal zum Anlaufen meldet. Der Presskolben verdichtet das Material daraufhin so lange, bis die DIN- Maße für die vermarktungsfähigen Ballen erreicht sind. Der Kanal der Presse läuft nach vorne zum Ballenausgang zu, um die Verdichtungseinheit unter einen Pressdruck von 250 bar zu setzen. Um die so entstandenen Ballen in Form zu halten, werden sie mit einem speziellen Draht, der unter der Maschine in Rohren geführt wird, umwickelt. Der Abbindedraht besteht aus vier Drahtlitzen, um stabile Ballen zu gewährleisten. Sollte ein solcher Draht einmal reißen, kann er ganz einfach von außen verbunden beziehungsweise wieder neu eingefädelt werden, was die Handhabung deutlich sicherer macht und weniger Zeit 38 wlb 2/2015

verbraucht als bisher. „Herkömmliche Pressen mussten in einem solchen Fall bisher immer vom Strom abgetrennt werden, damit ein Mitarbeiter den Pressraum betreten und den Draht von innen wieder zusammenbinden konnte“, erläutert Klaus Sachse, der bei Aventek für den Vertrieb der Ballenpressen in Berlin und Brandenburg zuständig ist. Falls das Pressschild durch sich verkeilendes Material klemmen sollte, sorgt ein sogenannter Freistampfer, der wie ein Schafott nach unten drückt, dafür, dass sich die Blockade löst. Am Presskolben angebrachte Schneidmesser trennen zudem alles ab, was über den Presskanal hinausragt und sind einfach austauschbar. Eine Siemens S7 und eine OP77 steuern die komplette Kanalballenpresse, ermöglichen es dem Anwender jedoch auch, auf manuelle Schaltung umzustellen. „Das bietet sich vor allem bei kompliziertem Pressmaterial wie beispielsweise Gartenschläuchen, PVC-Rohren oder ABS-Material an“, erklärt Sachse. „Per Handbetrieb lassen sich oft genauere Einstellungen vornehmen. Dabei entspricht die Sicherheit natürlich den arbeitsschutzrechtlichen Bedingungen.“ Bei geeigneter Beschickung, also optimalerweise direkt in der Produktionslinie via Umschlagbagger, Förderband oder Gabelstapler, lassen sich zwischen vier und sechs Tonnen pro Stunde verpressen. „Das ist für einen Mittelständler völlig ausreichend“, erklärt Parnitzke. Neben PPK 1.04 eignet sich die Prima60 auch zur Verarbeitung von Folien (98/2 und bunt) sowie PET-Flaschen, Kunststoffkanistern, Umreifungsbändern oder auch leichten Holz- und Gemüsekisten. Individuelle Anpassungen und einfache Handhabung „Von den Anschaffungskosten her ist die Prima60 mit 15 kW Antriebsleistung deutlich günstiger als herkömmliche Pressen“, erläutert Parnitzke. „Man muss bedenken, dass sich bei einer Investition von mindestens 75 000 € durch den niedrigen Stromverbrauch ca. 5 € pro Stunde einsparen lassen. Das macht im Monat schon etwa 1000 € und im Jahr an die 12 000 €. Bei einer zweischichtigen Auslastung sprechen wir gar von 24 000 € jährlich. Somit hat sich die Prima in ca. drei Jahren alleine aus der Stromersparnis refinanziert.“ Der Antriebsblock, der aus Hydrauliktank, Pumpe und Motor besteht und standardmäßig auf der Presse platziert ist, kann auf Wunsch abgenommen und neben der Maschine platziert werden. Gleichzeitig ist die Maschine sehr geräuscharm und lässt sich dank ihres hohen Baus problemlos von unten säubern. Die massive und verwindungssteife Rohrrahmenkonstruktion sorgt für einen sicheren Stand. 01 Nach Bedarf ist die Prima-Baureihe in den Leistungsklassen 50, 60, 80 und 100 kN verfügbar Sollten die standardmäßigen 15 kW für den Anwender auf die Dauer doch zu gering sein, so lässt sich die 10,5 t schwere Kanalballenpresse auf eine Motorleistung von 22 bis 45 kW aufstocken, was eine höhere Durchsatzleistung ermöglicht. Mit der Mobilfunktion können maximal bis zu 14 t PPK pro Stunde verpresst werden. Aventek bietet zudem ein komplettes Programm an horizontalen Kanalballenpressen: Neben der Prima60 stehen auch die verschiedenen Leistungsklassen Prima50, Prima80 und Prima100 mit 50, 80 und 100 t Presskraft zur Verfügung. Je nach Presskraft, Stromanschluss und Leistung kann die entsprechende Maschine gewählt werden. Eine Aufrüstung der einzelnen Antriebskomponenten mit Standardmodulen ist jederzeit möglich. Fotos: Aventek Technologies GmbH, BUK Berliner Umwelt Kontor GmbH www.aventek.de 02 Neben PPK 1.04 eignet sich die Prima60 auch zur Verarbeitung von Folien sowie PET-Flaschen, Kunststoffkanistern, Umreifungsbändern oder auch leichten Holz- und Gemüsekisten H Umweltkennzahlen Gefahrstoffeinsatz Ressourcenmonitoring Abfallkataster Sonnige Aussichten Produktvideo und Demo-Version abrufen: www.umweltmanagement-software.de EcoWebDesk ® Der starke Standard im Arbeits- und Umweltschutz H Mit der Online-Software EcoWebDesk können Sie Ihren Aufgaben entspannt entgegensehen. Nutzen Sie das praktische System, dessen Konformität zu ISO 14001 und ISO 50001 bestätigt ist. EcoWebDesk analysiert z. B. Energieverbräuche per Mausklick und schafft klare Nachweise für Korrekturmaßnahmen. Sonnige Aussichten für alle Aufgaben des Umweltmanagements!