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wlb - Wasser, Luft und Boden 2/2015

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LUFTREINHALTUNG/KLIMASCHUTZ Lupenreine Luft Effiziente Lüftungstechnik sorgt für weniger Staub und gutes Arbeitsklima Tobias Zimmer Was nützt minutiöse Genauigkeit bei der Entwicklung und Produktion hochsensibler Messtechnik, wenn hohes Staubaufkommen im Logistikbereich deren problemlose Implementierung in Forschungsund Fertigungsprozesse gefährden kann? Diese Frage gab den Impuls zur Installation einer effektiven Luftreinigungsanlage. Die passende Produktantwort konnte mit einem Lüftungskonzept gegeben werden, das für unterschiedliche Raumgrößen flexibel einsetzbare und einfach zu installierende Modelle bereithält. Autor: Tobias Zimmer, EU-Produktmanager für Taschenfilter, Camfil KG, Reinfeld Das Ergebnis war eine Partikelreduzierung um 80 %, ein gesünderes Arbeitsklima für die hier beschäftigten Mitarbeiter sowie Einsparpotenziale bei Heizenergie durch gesteigerte Luftzirkulation. Rund 8000 m 2 Lagerfläche mit Deckenhöhen bis zu 9 m dienen als Umschlagplatz. Auftragsgerecht kommissioniert werden die fertigen Produkte hier verpackt und bis zum Versand in Hochregalen zwischengelagert. Der relativ häufige Lagerumschlag in Zusammenhang mit ungefilterter Zuluft, Abgasen, Gummi- und Papierabrieb verursachte eine hohe Staubbelastung. Die unreine Luft belastete jedoch nicht nur die Produkte und technische Ausstattung der beiden Lagerhallen, sondern auch das Wohlbefinden der Logistikmitarbeiter. Um anschaulich davon zu überzeugen, wie mit vergleichbar geringem Energieaufwand ein hohes Staubaufkommen einer Lagerhalle bewältigt werden kann, hatte Camfil das Qualitätsmanagement der Carl Zeiss IMT zu einer Produktdemonstration in seine Niederlassung eingeladen. Die patentierte Technologie der hier installierten CamCleaner-Serie basiert auf großen, beidseitigen Lufteinsaugflächen. In der Standardausführung beispielsweise entsprechen bereits die Vorfilter der Feinstaubfilterklasse F7 und die Hauptfilter der Schwebstofffilterklasse E11. Diese Kombination aus großen Ansaugflächen und leistungsfähigen Filtermedien steigert die Effizienz in der Form, dass schon beim ersten Luftwechsel über 95 % aller Partikel aus der Luft gefiltert werden können. Der durch die eingesetzten Kompaktund Schwebstofffilter-Kombination erzielbare Reinheitsgrad der Hallenluft ist im Vergleich zu regulären Lüftungssystemen mit Feinstaubfiltern bis zu dreifach höher. Hierdurch lässt sich in erster Linie der Effekt der Agglomeration von Feinstaubpartikeln zu gröberem und dadurch sichtbarem Staub deutlich verringern und somit dessen Ablagerungen minimieren. Anlagen und Einrichtungen können grundlegend sauberer unterhalten und Reinigungsintervalle um bis zu 50 % verlängert werden. Außerdem sind Waren und technische Ausstattungen besser geschützt und Betriebsabläufe störungsfreier durchführbar. Nach dem ersten Eindruck erfolgte ein 24-Stunden-Vergleichstest, bei dem sowohl im Logistikzentrum als auch an vergleichbaren Standorten innerhalb des Lagers mit Reinraum-Plättchen bestückte Test-Paletten Die Lüftungsanlage erzielt in den Lagern eine Partikelreduzierung um 80 % positioniert wurden. Als Ergebnis zeigte sich, dass die Staubbelastung im Logistikzentrum um drei- bis viermal geringer war als in den Lagerhallen. Montage in der Lagerhalle Zur Auswahl des geeigneten Gerätetyps und der optimalen Positionen wurde die Partikelkonzentration in der Luft gemessen. Sollten die neuen Anlagen doch so positioniert werden, dass sie eine gute Durchströmung der Halle ermöglichen und zugleich den Betriebsablauf nicht behindern. Die Produktempfehlung der Luftfilter-Experten lautete wahlweise in Wand- oder Deckenmontage. Bereits kurz nach der Inbetriebnahme der insgesamt zwölf geräuscharmen Gerätetypen konnte eine um mehr als die Hälfte reduzierte Partikelbelastung im Größenbereich zwischen 0,3 und 0,5 µm verzeichnet werden. Zwei Wochen später ergab eine zweite Messung die nochmalige Halbierung der Partikelkonzentration auf nur noch rund 20 % des ursprünglichen Aufkommens. Das Lüftungssystem ermöglicht jetzt eine staubfreiere Lagerhaltung und somit weniger Reinigungsaufwand in den Lagerhallen. Gleichzeitig konnte die Partikelbelastung der dort Beschäftigten spürbar gesenkt werden. Durch die hocheffiziente Filtration sind weniger Luftwechsel nötig – dies senkt auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten. Alle Anlagen arbeiten mit höchstmöglicher Energie-Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Einen Bonus-Nebeneffekt liefert der Lüftungsspezialist quasi obendrein: Durch den Betrieb der Luftreiniger zirkuliert die im Raum befindliche und bereits erwärmte Luft und die Temperaturunterschiede innerhalb der bis zu 9 m hohen Decken werden deutlich reduziert. So steigen besonders die Temperaturen der am Boden befindlichen Raumluft und es muss weitaus weniger kalte Zuluft erwärmt werden. www.camfil.de 36 wlb 2/2015

LUFTREINHALTUNG/KLIMASCHUTZ Acht unabhängige Messkanäle gleichzeitig erfassen Mit dem Infralyt 80 stellt die Saxon Junkalor GmbH einen Multigasanalysator für industrielle und Laboranwendungen zur Verfügung. Die Gasmessung kann je nach Kundenwunsch und physikalischen Möglichkeiten infrarot und elektrochemisch erfolgen. Die ebenfalls bei Saxon entwickelten und produzierten NDIR-Bänke messen langzeitstabil Kohlenstoffverbindungen sowie Oxide von Stickstoff und Schwefel in frei wählbaren Messbereichen. Elektrochemische Zellen ergänzen den Analysator um weitere Gase, die Sauerstoffkonzentration kann zudem auch paramagnetisch erfasst werden. Der Infralyt 80 ist in der Lage, bis zu acht unabhängige Messkanäle gleichzeitig zu erfassen, die auf verschiedene Gase oder auf verschiedene Messbereiche für ein Gas aufgeteilt werden können. Auch bei der Zuführung von Null- und Prüfgasen stehen verschiedene Varianten zur Verfügung, die vom überwachten Laborbetrieb bis zur automatischen Langzeitmessung reichen. Selbst die Parallelmessung von Prozessen ist möglich. Optional stehen eine integrierte Gasaufbereitung zur Verringerung von Feuchtigkeit im Messgas wie analoge Signalausgänge und digitale programmierbare Schaltausgänge zur Verfügung. Die Konfiguration aller Funktionen erfolgt am Touchscreen des Analysators. www.saxon-junkalor.de Software für Arbeitssicherheit und Umweltschutz Infolge der bestandenen externen Audits erhielt die Software Eco-Web- Desk des Software-Herstellers Ecointense erneut Konformitätsbestätigungen zu ISO 14001, ISO 50001 und OHSAS 18001. Die Software ist damit offiziell für die Unterstützung des betrieblichen Umwelt- und Energiemanagements sowie Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagements geeignet. Mit der aktuellen Version 7.1 von Eco-Web-Desk bauen Anwender komplette Managementsysteme normkonform auf und erfüllen dabei die Anforderungen an externe Audits und Zertifizierungen. Die Konformität der Software wurde Ende 2014 für weitere zwei Jahre von Dekra Certification, dem Auditierungsund Zertifzierungsdienstleister, bescheinigt. Angesichts der wachsenden Menge an gesetzlichen Regelungen im HSE-Bereich (Health, Safety & Environment) wird der Einsatz einer normkonformen Softwarelösung für viele Unternehmen immer unabdingbarer. www.ecointense.de Lachgassensor kann CO 2 -Emissionen senken Untersuchungen zeigen, dass bis zu 90 % der CO 2 -Emissionen bei der Abwasserreinigung von N 2 O, auch Lachgas genannt, verursacht werden, das 300-mal umweltschädlicher als CO 2 ist. Unisense Environment hat einen Sensor entwickelt, der den Lachgasgehalt misst und somit ermöglicht, die Emissionen zu kontrollieren und zu reduzieren. Der Lachgassensor soll Echtzeitmessungen des Lachgasgehalts vornehmen können. „Es ist nicht besonders schwierig, die N 2 O-Emissionen zu senken. Man muss lediglich die Daten analysieren, die der Sensor sendet, und dann auf Grundlage des neu gewonnenen Wissens handeln“, sagt Mikkel Barker, Product Manager bei Unisense Environment. Der Reinigungsprozess wird von vielen Faktoren beeinflusst, zum Beispiel von der Zusammensetzung des Abwassers, der Temperatur und dem Anlagentyp. Dennoch kann man ohne weiteres Strom sparen und gleichzeitig die Treibhausgase reduzieren. „Bei einem Projekt haben wir die Lachgasemissionen um 50 % reduziert, ohne den Stromverbrauch des Versorgungsunternehmens zu steigern“, erläutert Mikkel Barker. www.unisense-environment.com