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wlb - Wasser, Luft und Boden 1/2017

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ABFALLTECHNIK/RECYCLING

ABFALLTECHNIK/RECYCLING I STATEMENT Schlanke Linie für die Wirtschaft Statement des Umweltkommissars Karmenu Vella Zum ersten Jahrestag des EU-Kreislaufwirtschaftspakets blickt Umweltkommissar Karmenu Vella auf die bisherigen Erfolge zurück und zeigt auf, wie es in Zukunft weitergehen wird. Vor einem Jahr hat die Kommission unter Jean-Claude Juncker ein Projekt ins Leben gerufen, das für ein Umdenken in der europäischen Wirtschaftspolitik steht. Mit dem Kreislaufwirtschaftspaket erkennen wir an, dass sich die Welt verändert und die ressourcenintensive Wirtschaft, die einst für so viel Wachstum sorgte, nicht mehr ins 21. Jahrhundert passt. Fitness- Gurus sprechen gerne davon, wie wichtig eine schlanke Linie und ein definierter Körper seien. Das sollten wir uns auch im ökonomischen Sinne zu Herzen nehmen: Es wird Zeit für eine „schlankere“ Wirtschaft! Ein solches Wirtschaftssystem eröffnet den europäischen Bürgern neue Möglichkeiten, reduziert Abfälle und Energieverbrauch und nutzt dabei der Umwelt. Dadurch entstehen nicht nur lokale Arbeitsplätze in den „grünen“ Industriezweigen, sondern auch wettbewerbsfähigere Unternehmen, die auf nachhaltige Weise wachsen. Das Paket sieht mehr als 50 Maßnahmen für eine „schlankere“ Wirtschaft vor, wie etwa Gesetzesvorhaben, die Anreize für Recycling und Abfallvermeidung schaffen. Wie weit sind wir nun mit dem „Fitnessprogramm“ in den letzten zwölf Monaten vorangekommen? Wir haben das Ziel noch nicht erreicht – große Veränderungen geschehen eben nicht über Nacht –, aber wir sind bei der Umsetzung einen guten Schritt vorangekommen. Im Jahr 2016 haben wir wichtige erste Schritte in Bereichen wie Lebensmittelverschwendung, Ökodesign, organische Düngemittel, Verbrauchergarantien, Innovation und Investitionen unternommen. Im Januar gaben wir ein weiteres Vorhaben bekannt, welches die Abfallverbrennung in Einklang mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft bringen soll. Die derzeitige Kommission ist große Verpflichtungen eingegangen: Auf globaler Ebene hat die EU sich den Zielen für nachhaltige Entwicklung verschrieben und innerhalb Europas stärken wir die Wirtschaft mit dem Juncker-Investitionsplan. Das Kreislaufwirtschaftspaket hilft uns dabei, beide Ziele zu erfüllen. 2016 war erst der Anfang – weitere wichtige Schritte stehen noch bevor. So bereiten wir eine neue Strategie zu Kunststoffen vor, die sich damit befasst, wie effizienter recycelt, ein Entweichen in die Umwelt verhindert und bei der Produktion auf fossile Brennstoffe verzichtet werden kann. Außerdem haben wir eine Initiative zur Reduzierung toxisch wirkender chemischer Inhaltsstoffe in Industrieerzeugnissen ebenso wie Vorschläge für Mindestqualitätsanforderungen an wiederverwendetes Wasser auf den Weg gebracht. Außerdem haben wir diesen Januar eine neue Plattform für den Austausch über bewährte Methoden der Finanzierung von Projekten und Geschäftsmodellen der Kreislaufwirtschaft gestartet. Sie dient der Vernetzung der Europäischen Investitionsbank mit nationalen Banken und anderen Partnern auf diesem Gebiet. Um die Fortschritte in der Kreislaufwirtschaft besser zu verfolgen, soll bis Juni ein neues Monitoringsystem eingerichtet sein. Außerdem stehen bei der im Juni stattfindenden Green Week, Europas größter jährlichen Konferenz rund um Umweltthemen, grüne Arbeitsplätze und das Potenzial grüner Beschäftigung in der Union im Mittelpunkt. Wie immer ist die finanzielle Unterstützung entscheidend. Mehr als 100 Projekte, die sich mit der Kreislaufwirtschaft befassen, wurden als „Best Practices“ in EU-Förderprogrammen wie dem Umweltschutzprogramm LIFE, dem Forschungsförderungsprogramm Horizon2020, und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung identifiziert. An guten Ideen mangelt es Europa wahrlich nicht – und die EU-Fonds helfen dabei, dass daraus Realität wird. Bei der Kreislaufwirtschaft geht es nicht darum, etwas im Sinne der Umwelt zu opfern oder aufzugeben. Vielmehr geht es darum, unser eigenes Handeln zu überdenken und Verschwendung einzudämmen. Denn wir müssen heute schon damit anfangen, die Zukunft zu gestalten. Dies ist ein fortlaufender Prozess – und nach einem Jahr befinden wir uns dabei auf einem guten Weg. ec.europa.eu Autor: Karmenu Vella, EU-Komissar für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei, European Commission, Brüssel, Belgien 40 wlb 1/2017

ABFALLTECHNIK/RECYCLING Hybridlösungen für Entsorgungsfahrzeuge Mit den drei Varianten E-Power, Hydropower und Dualpower hat Faun für verschiedene Einsatzszenarien und unterschiedliche Ansprüche die passende Hybridlösung im Portfolio. Hydropower nennt der Hersteller seine Umsetzung des aus dem Autorennsport bekannten Kers-Hydraulikspeichers. Für den Fahrer kaum spürbar, erfolgt die Verlangsamung des Abfallsammelfahrzeugs durch die Hydraulikpumpe, die diese Energie in einen Gasdruckbehälter speichert, anstatt wie herkömmlich durch Motor- und Betriebsbremse, die die Bremsenergie als Wärme entweichen lassen. Der Lifter wird aus dem Speicher betrieben, ohne dass der Fahrmotor Energie zuführt. Damit sparen Abfallsammelfahrzeuge im Schnitt 14 % Kraftstoff im Sammelbetrieb. Fahrzeuge mit der Dualpower-Option gewinnen im Stopp- und Go-Betrieb ihre Bremsenergie zurück und speichern diese elektrisch in Superkondensatoren (Supercaps). Die E-Power-Lösung ist ein Plug-in- Batteriepaket für den Aufbau. Diesel wird also nur noch für den Betrieb des Fahrgestells benötigt. Der Aufbau und der Lifter werden elektrisch angetrieben. www.faun.com Vorzerkleinerer hilft bei großer Sortenvielfalt Vorzerkleinerer SE 450 von Eggersmann im Einsatz in einer Anlage zur mechanisch-biologischen Abfallaufbereitung in Marszów: die große Sortenvielfalt des dort angelieferten Inputmaterials (Hausmüll, Grünabfall, Sperrmüll etc.) erfordert neben einer hohen Durchsatzleistung auch eine große Anwendungsflexibilität der eingesetzten Maschinen. Der seit der Inbetriebnahme laufende Ein-Wellen-Vorzerkleinerer konnte diesen Anforderungen in den letzten Monaten immer weniger gerecht werden. Daher übernimmt nun der Forus Special Edition SE 450, ein langsam laufender Vorzerkleinerer mit zwei Wellen und einer elektrischen Antriebsleistung von 250 kW, die Zerkleinerung verschiedenster Stoffe – von Folienmix bis Sperrmüll. Die Durchsatzleistung des Shredders liegt dabei – abhängig vom Inputmaterial – bei bis zu 65 t/h. Die Beladung der Maschine erfolgt je nach Material per Radlader oder per Förderband aus der Sortierkabine. Ebenso flexibel gestaltet sich der Materialaustrag mittels reversierbarem Austragsband. Deponiesickerwasser kosteneffizient reinigen Eine Anlage zur Aufbereitung von Deponiesickerwasser hat die DAS Environmental Expert GmbH errichtet. Sie reinigt die Abwässer aus der Deponie Grumbach, sodass diese anschließend in das kommunale Abwassernetz eingeleitet werden können. Bei dieser Deponie fällt ein organisch belastetes Sickerwasser an, das zudem noch mit Schwefelwasserstoff und Ammonium verunreinigt ist. Nach der erfolgreichen Erprobung eines biologischen Verfahrens in einer Pilotanlage erfolgte die Maßstabsübertragung auf die technische Anlage. Sie besteht im Kern aus drei Trickle-Flow-Reaktoren (TFR), darin befinden sich auf einem Trägermaterial Mikroorganismen, die den Abbau der Schadstoffe erledigen. Zwei aerobe TFR-Reaktoren ermöglichen die Reduzierung der organischen Fracht sowie die Umwandlung von Ammonium zum Nitrat. Letzteres wird danach in einem anoxischen TFR-Reaktor unter Zudosierung von externem Kohlenstoff zu inertem gasförmigen Stickstoff umgewandelt. Von Zeit zu Zeit wird Biomasse aus dem Reaktor abgeschlämmt. www.das-deutschland.de Best Solution. Smart Recycling. Passgenaue Lösungen für die Nass-Separation Doppstadt Hydrosichter HDS-M www.f-e.de Hausmüll schreddern in einer Stufe Polaris 2200 und 2800 sind zwei neue Einwellenzerkleinerer von Lindner, die für das kosteneffiziente Schreddern von nicht vorbehandeltem Haus-, Industrie- und Gewerbemüll in nur einer Stufe optimiert sind. Ihr typischer Einsatzbereich ist die Aufbereitung von Ersatzbrennstoff (EBS). Weil sie mit besonders geringer Betriebsdrehzahl und entsprechend hohem Drehmoment laufen, schneiden ihre Messer das Aufgabegut mit der großen Kraft, die der einstufige Prozess erfordert. Der Typ 2200 mit 4090 × 3000 mm großer Einfüllöffnung zerkleinert beispielsweise bis zu 22 t Gewerbe- und Industriemüll pro Stunde. www.l-rt.com Besuchen Sie uns! Messe Karlsruhe, 27. – 29. April 2017 Stand R 422 www.doppstadt.com wlb 1/2017 41 Doppstadt.indd 1 01.03.2017 09:04:18