Aufrufe
vor 10 Monaten

wlb - Wasser, Luft und Boden 1/2016

  • Text
  • Wlb
  • Boden
  • Wasser
  • Luft
wlb - Wasser, Luft und Boden 1/2016

WLB AKTUELL Besaß

WLB AKTUELL Besaß Deutschland durch eine unermüdliche Produktion von Gesetzen, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften (z. B. branchenspezifische Abwasserverwaltungsvorschriften, TA Luft, TA Abfall) bis in die 90erIahre eine Vorreiterrolle im Umweltschutz, so haben sich mittlerweile die Vorgaben geändert. Seit etlichen Jahren werden von der Europäischen Kommission Richtlinien für die Umweltmedien Wasser, Luft und jetzt auch Boden sowie auf der Abfallschiene herausgegeben, die in den Mitgliedstaaten durch nationale Gesetze oder Verordnungen binnen einer Frist von meist zwei Jahren in das jeweilige Landesrecht umgesetzt werden müssen. Die Technik ändert die Vorgaben Ein stetiger Wandel Seit fast 60 Jahren berichtet die wlb in Sachen Umweltschutz wlb ist die älteste medienübergreifende Umweltfachzeitschrift: Von Anfang an betrachtete sie die wichtigen Umweltmedien Wasser und Luft gleichzeitig, wobei der Schwerpunkt stets auf der Wasserseite lag. Schließlich war sauberes Wasser in den 1950er- Jahren ein wichtiges Produktionsmittel, während die Fließgewässer durch weitgehend fehlende Abwasserreinigung einen qualitativ schlechten Zustand aufwiesen. 6J AHRE Sehr schnell erweiterte sich die redaktionelle Thematik auf Lärmschutz und Abfall bis zu der damit verbundenen sozialpolitischen und gesundheitlichen Problematik. Neben der Beschreibung technischer Verfahren war die Vorstellung und Kommentierung der stärker werdenden Umweltgesetzgebung von Beginn an eine Säule der Fachzeitschrift. Da die Umweltgesetzgebung nach Artikel 75 GG nur eine Rahmengesetzgebung sein darf, mussten die damals elf (heute 16) Bundesländer für den Vollzug jeweils eigene Landesgesetze erlassen. Die daraus entstandene Flut gesetzlicher Regelungen war für die betroffene Wirtschaft kaum mehr zu überblicken. Bis zur Einrichtung des Bundesumweltministeriums 1986 hatte es wechselnde Zuständigkeiten im Umweltschutz gegeben (der Begriff Umweltschutz wurde erstmals 1969 gebraucht). Konrad Adenauer war es, der den Kompetenzstreit um die Wasserreinhaltung zwischen Landwirtschafts- und Atomministerium in seiner Regierungserklärung im Oktober 1957 zugunsten des Ministeriums für den friedlichen Ausbau und die Verwendung der Atomenergie entschied, und so wurde Minister Prof. Dr. Siegfried Balke dieser Aufgabenkreis übertragen. Die Entwicklung der Umwelttechnik in den vergangenen 60 Jahren ist entscheidend von den Anforderungen aus der Gesetzgebung geprägt worden, technische Entwicklungen resultierten oft aus gesetzlichen Vorgaben. Wurden bei der Diskussion neuer Vorschriften die geforderten Werte von der Industrie schlichtweg als nicht machbar kritisiert, kamen schon bald nach Verabschiedung der gesetzlichen Regelung Verfahren zum Einsatz, die in der Lage waren, die geforderten Grenzwerte nicht nur einzuhalten, sondern sogar noch deutlich zu unterschreiten. Ein Beispiel dafür war die Rauchgasentschwefelung in der 13. BImSchV, der Großfeuerungsanlagenverordnung von 1983. Galt der zunächst einzuhaltende SO 2 - Grenzwert von 400 mg/m 3 als technisch nicht zu erreichen, waren bald 200 mg/m 3 kein Problem mehr. Die durchgeführte Entschwefelung der Kraftwerke machte irgendwann die alte Smogverordnung überflüssig. Ein weiterer Antrieb für Weiterentwicklungen in der Umwelttechnik ist stets die Wirtschaftlichkeit des Anlagenbetriebs gewesen. Wenn man berücksichtigt, dass die laufenden Betriebskosten von Kläranlagen, Abfallbehandlungsanlagen und Anlagen zur Luftreinhaltung über lange Jahre die Investitionskosten übersteigen, wird die Bedeutung von Kostensenkungen deutlich. Zahlreiche Artikel in wlb haben an Beispielen über Weiterentwicklungen der Technik, über Verfahrensumstellungen und andere Möglichkeiten berichtet, wie umwelttechnische Anlagen kostengünstiger und wirtschaftlicher zu betreiben sind, ohne Umweltstandards aufzugeben. In der vergangenen Dekade hat sich besonders auf dem Gebiet der Anlagenüberwachung und -steuerung einiges verändert. Heute sind Fernwartung und Diagnose komplexer Anlagen mit ihren vielen unterschiedlichen Mess-, Regel- und Automatisierungssystemen Alltag. Jetzt kann der Mit- 8 wlb 1/2016

WLB AKTUELL arbeiter der Kläranlage einfach von seinem Mobilgerät aus die aktuellen Parameter seiner Biologie sehen. Diese werden zusätzlich direkt aufgezeichnet und dokumentiert. Das sorgt für einen besseren Überblick in vielen überwachungbedürftigen Anlagen. Auch das Thema Cybersicherheit gewinnt gerade für diese Anlagen ebenfalls an Bedeutung. Umweltschutz bleibt wichtig Die ökologische Belastung des Planeten Erde ist in den letzten Jahrenzehnten erheblich gestiegen. Klimawandel und Ressourcenknappheit haben gravierende Auswirkungen auf die Ökosysteme. Besonderns beeindruckend sind für uns vielleicht die Bilder der chinesischen Großstädte, die mit ihrem dichten Smog doch sehr deutlich an die Szenarien des Ruhrgebiets der 1950er- Jahre erinnern. Angesichts dieser Herausforderungen wird es auf dem Markt für Umwelttechnik und der dazugehörigen Gesetzgebungen wohl noch viele Veränderungen und Neuerungen geben. Das Team der wlb informiert zeitnah über die wichtigsten Entwicklungen der Branche. (as) Fotos: Fotolia, Vereinigte Fachverlage www.wasser-luft-und-boden.de 60 Jahre wird die wlb jetzt alt ... „Wasser, Luft und Betrieb“, seit 1989 „Wasser, Luft und Boden“, war die erste medienübergreifende Fachzeitschrift auf dem Umweltsektor. Seit dieser Zeit begleitet sie publizistisch die Entwicklung von Umweltschutz und Umwelttechnik, vom nachsorgenden zum vorsorgenden und integrierten Umweltschutz. Mit dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) fing alles an. Das in Köln ansässige Beratungsinstitut für gewerbliche Wasserwirtschaft und Emissionen e.V., 1956 gegründet, sah seine Hauptaufgabe in einer Beratungstätigkeit für die gewerbliche Wirtschaft und in der Mittlerfunktion zwischen Industrie und Aufsichtsbehörden. Zur Verwirklichung dieser Ziele wurde eine Zeitschrift als Sprachrohr benötigt. Die Beratungen und die Verabschiedung des WHG im Juli 1957 sorgten für einen entsprechenden Schub und führten zur Herausgabe der Zeitschrift im Krausskopf-Verlag. wlbWasser, Luft und Betrieb war bis 1979 Organ des später in IWL umbenannten Instituts; seit 1989 trägt sie den Namen wlbWasser, Luft und Boden und berücksichtigt damit das dritte Umweltmedium Boden bzw. Abfall. Nur einem Teil der wlb-Auflage ist zudem das Supplement für Altlasten und Bodenschutz TerraTech beigeheftet. Nach der Ausweitung des Altlastenthemas nach dem Bodenschutzprogramm der Bundesregierung seit 1986 entschloss sich der Verlag nach dem Sondergutachten Altlasten des Sachverständigenrates 1992, das Thema Altlasten und Bodenschutz in der TerraTech aufzubereiten. Kläranlagentechnik Kommunikationskonzepte für das Retrofit Historisches Ambiente Denkmalschutz und moderne Pumpensteuerung im Einklang IT-Sicherheit Gefahren für die Wasserbranche abwenden Umwelttechnik für Industrie und Kommune www.wasser-luft-und-boden.de 19096 4 November 2015 Wertstoffrecycling Webbasierte Transportvergabe spart Ressourcen WLB_AG_2015_04_ + TT-04_001 1 09.11.2015 14:36:04