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wlb - Wasser, Luft und Boden 1/2015

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WLB AKTUELL I KOMMENTAR

WLB AKTUELL I KOMMENTAR Mikroplastik und Kläranlagen Werden Plastikpartikel in Kläranlagen zum Problem? Ralf Bertling Kunststoffe sind aufgrund ihrer unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Kunststoffprodukte sind jedoch nicht nur vielfältig und praktisch, sondern auch langlebig. Lang - lebigkeit bedeutet jedoch zugleich, dass in Gewässer eingetragene Kunststoffe nicht vollständig abgebaut werden. Stattdessen zerfallen Kunststoffe im Wasser durch mechanische Beanspruchung und Einwirkung von UV-Strahlung in immer kleinere Fragmente zu Mikroplastik. Zum Mikroplastik werden Kunststoffpartikel gerechnet, deren Teilchengröße unter 5 mm liegt. Eine wissenschaftliche Unterteilung erfolgt in primäres und sekun däres Mikroplastik. Ersteres bezeichnet zumeist industriell hergestellte Kunststoffformkörper, die Microbeads, die in Kosmetika und Hygieneartikeln Anwendung finden. Sekundäre Mikroplastik sind Fragmente, die in der aquatischen Umwelt durch chemische und physikalische Alterungs- und Zerfallsprozesse aus größeren Plastikstücken entstehen. Eine dritte Gruppe, neben Microbeads und Fragmenten, – die Mikrofasern stammen hauptsächlich aus synthetischen Textilien wie Autor: Dipl.-Ing. (FH) Ralf Bertling, Fraunhofer- Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht, Oberhausen wie den Forschern ihre Datenbasis bezüglich Mikroplastik zu verbreitern. Am 18. November 2014 organisierte die Arbeitsgruppe Mikroplastik von Umsicht gemeinsam mit dem Cluster Umwelttechnologien.NRW eine Konferenz mit dem Titel „Mikroplastik und Kläranlagen“. Rund 25 Experten referierten und diskutierten auf der Konferenz über den Status quo sowie zukünftige Aufgaben der Forschung. Als wichtiges Ziel wurde eine Vereinheitlichung der Untersuchungsmethodik zwecks Vergleichbarkeit formuliert. Besonders Um mit weiteren Studien Erkenntnisgewinn und Vergleichbarkeit zu erzielen, besteht dringender Forschungsbedarf z. B. Fleece. Forscher haben herausgefunden, dass pro Waschgang und Kleidungsstück bis zu 2000 Mikrofasern herausgelöst und emittiert werden. Mikroplastik kann Schadstoffe, wie Weichmacher oder Flammschutzmittel enthalten, die im Wasser ausgewaschen werden. Durch den hydrophoben Charakter kann Mikroplastik zudem Umweltgifte wie PCB oder DDT absorbieren. In der aquatischen Umwelt nehmen Meeresbewohner Mikroplastik als vermeintliche Nahrung auf. Über die Nahrungskette kann so auch der Mensch Mikroplastik aufnehmen – mit noch unbekannten Folgen. Microbeads und Mikrofasern gelangen aus den Haushalten über das Kanalnetz in die Kläranlage. Studien haben gezeigt, dass Kläranlagen Mikroplastik nicht vollständig aus dem Abwasser herausfiltern können, sodass ein Teil des Mikroplastiks über die Flüsse zurück in den Wasserkreislauf gelangt. Als Reaktion auf kürzlich veröffentlichte Ergebnisse einer Studie vom Alfred- Wegener-Institut auf Helgoland betitelten Online-Magazine Kläran lagen als „überfordert“ hinsichtlich deren Eignung, Mikroplastik aus dem Abwasser herauszufiltern. Allein schon derartige Schlagzeilen sowie die diffuse Informationslage rechtfertigen weitere Untersuchungen in Kläranlagen, die an die AWI-Studie anschließen. Um mit weiteren Studien Erkenntnisgewinn und Vergleichbarkeit zu erzielen, besteht dringender Forschungsbedarf. Zusätzliche Studien helfen den Kläranlagenbetreibern wurde ein Bedarf an weiteren Studien zu Quantität und Qualität von Mikroplastik in Gewässern und Kläranlagen gesehen. Gemeinschaftliches Fazit war: „…weitere Forschung ist notwendig.“ Fotos: Mikroplastik-Hintergründe Fraunhofer Umsicht, Portrait R. Bertling: Ilka Drnovsek www.umsicht.fraunhofer.de

Markt für grüne Technologien wächst weiter Neue Umweltrichtlinien sowie das steigende Umweltbewusstsein in vielen Ländern der Welt führen zu einer immer größeren Nachfrage nach umweltfreundlichen Lösungen. Lag 2013 das weltweite Marktvolumen für grüne Technologien bei 2,5 Bio. EUR, so wird der globale Markt für grüne Produkte und Dienstleistungen voraussichtlich um ca. 6,5 % jährlich weiterwachsen – auf knapp 5,4 Bio. EUR bis 2025. Besonders dynamisch entwickeln sich die Leitmärkte nachhaltige Mobilität, Rohstoff- und Materialeffizienz, umweltfreundliche Erzeugung und Energiespeicherung und -verteilung. Dieses Wachstum prognostizieren die Experten von Roland Berger Strategy Consultants in ihrer neuen Studie „Greentech made in Germany 4.0 – Umwelttechnologie-Atlas für Deutschland“. Die umfassende Analyse des Greentech- Marktes wurde im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit erstellt. Die Studie basiert auf einer neuen Datenbank, die ausführliche Informationen über mehr als 2000 deutsche Greentech-Firmen beinhaltet. www.greentech-made-in-germany.de HDT-Fachtagung Abgasreinigungsverfahren In der Veranstaltung „Abgasreinigungsverfahren“ wird über die wichtigsten Emissionsminderungs-Verfahren, wie Entstaubungs-Verfahren, absorptive und adsorptive Verfahren, katalytische und nicht-katalytische Verfahren, thermische und biologische Verfahren und Verfahrenskombinationen vorgetragen. Die Tagung wird vom Haus der Technik in München am 25. – 26. Juni 2015 angeboten und hat einen weiteren Schwerpunkt in der Abscheidung explosibler Stäube bei den Entstaubungsverfahren. Jedes Kapitel behandelt in einem ausgewogenen Verhältnis Theorie, Bauformen und Praxis-Beispiele. Über die rechtlichen Auflagen, die in Form von Grenzwerten vorliegen, wird referiert. Ausreichende Zeit für Diskussionen und Fragen ist vorgesehen. Die HDT-Fachtagung „Abgasreinigungsverfahren“ wird geleitet von Dr.-Ing. Richard Wiedemann aus Kaufbeuren. Sie findet statt in Kooperation mit der Fachzeitschrift wlb. Das ausführliche Veranstaltungsprogramm erhalten Interessierte auf Anfrage beim Haus der Technik. Besuchen Sie Xylem auf der Wasser Berlin: Halle 2.2 Stand-Nr. 403 www.hdt-essen.de Premiere der Ifat Eurasia in Ankara Die Messe München baut mit einer neuen Veranstaltung in der Türkei ihr internationales Netzwerk im Umwelttechnologiesektor weiter aus: Vom 16. bis 18. April 2015 findet im Congresium International Convention & Exhibition Centre (CICEC) in Ankara die erste Ifat Eurasia statt. Für die Premierenausgabe rechnen die beiden Organisatoren, die Messe München und deren Tochtergesellschaft MMI Eurasia, mit 200 Ausstellern auf 12 000 m 2 Ausstellungsfläche und 7000 Besuchern. Unterstützung erhält die Fachmesse für Umwelttechnologien national sowie international aus Politik und Wirtschaft. Für die Premierenveranstaltung der Ifat Eurasia sind bereits acht Gemeinschaftsstände geplant. Neben China, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und den USA hat auch German Water Partnership (GWP) eine Beteiligung angekündigt. Foto: Fotolia Weltweit leidet unser Ökosystem unter unzureichender Wasserbehandlung herkömmlicher Abwasseranlagen. Das neue Oxelia-System eliminiert effektiv und nachhaltig Mikro-Verunreinigungen und Krankheitskeime. Es vereint die Wedeco Ozonoxidation mit nachgeschalteter Leopold Biofiltration und erprobter WTW Analytik in einem einzigen Prozess als umfassende Kundenlösung. Mehr unter info.xyleminc.com/Oxelia-Germany und www.xylemwatersolutions.com/de. www.ifat-eurasia.com Xylem Water Solutions Deutschland GmbH, Herford