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wlb - Wasser, Luft und Boden 1/2015

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WASSER/ABWASSERTECHNIK

WASSER/ABWASSERTECHNIK Vom trüben Wasser zur kristallklaren Lösung Spirochäten-Bakterien im Abwasserstrom Im Herbst 2005 verursachten Spirochäten-Bakterien im Abwasserstrom eines Werks für Lebensmittelzutaten wiederkehrende Probleme. Das Abwasser wirkte sich – obwohl es werksseitig vorbehandelt wurde – negativ auf den Betrieb in der örtlichen Kläranlage aus. KMC ist eines der führenden europäischen Unternehmen bei der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von Lebensmittelzutaten und anderen aus Kartoffelstärke hergestellten Produkten mit Sitz in Dänemark. Spirochäten sind ungewöhnlich lange, fadenförmige Bakterien, die den Betrieb einer Abwasserbehandlungsanlage erheblich stören können. Das Problem ist, dass sie sich nicht auf dem Boden der Absetzbecken, die in herkömmlichen Kläranlagen verwendet werden, absetzen. Sie stören außerdem das empfindliche bakterielle Gleichgewicht, das die Anlage zur Aufbereitung des Wassers benötigt. Jesper Jensen, Technischer Direktor bei KMC, betont: „Wir konnten einfach nicht akzeptieren, dass unser ausgezeichneter Ruf durch eine Situation wie diese beschädigt wurde. Außerdem wollten wir natürlich eine behördlich angeordnete Einschränkung unserer Produktionsaktivitäten vermeiden. Wir suchten daher in der gesamten Branche nach einem Weg, um diese Situation wirksam zu bekämpfen. Aufgrund der besonderen Beschaffenheit des dänischen Marktes konnten wir nur zwei Unternehmen finden, die in der Lage waren, uns zu helfen.“ Vergleichstests Drei Monate lang führte KMC parallele Pilottests durch, um das Alfa Laval Membranfiltrationsmodul (MFM) mit einer scheinbar ähnlichen Konstruktion zu vergleichen. Zusätzlich zu erheblichen Leistungsvorteilen bemerkte Jesper Jensen einen großen Unterschied im Bereich der Kundenbetreuung. „Die Mitarbeiter von Alfa Laval hatten einen sehr professionellen Ansatz. Sie bemühten sich stets, uns zu helfen, und waren so überzeugt von den Fähigkeiten ihres Systems, dass sie gerne bereit waren, uns die Prozess- und Haltbarkeitsgarantien zu geben, die wir benötigten. Wir sind zuversichtlich, dass die Hollow Sheet Membranelemente halten, was sie versprechen.“ Basierend auf den Ergebnissen des Pilotversuchs entschied sich der Lebensmittelzutatenhersteller, in einen großflächigen Membranbioreaktor mit acht Membranfiltrationsmodulen (MFM 200s) mit einer installierten Fläche von 2400 m 2 zu investieren. Diese Module basieren auf dem Hollow- Sheet-Konzept, das für eine vollständig gleichmäßige Strömung auf der gesamten Oberfläche der Membran sorgt. Die Anlage kann mit einer MLSS-Konzentration von 8–11 g/l betrieben werden und täglich 480 m³ Abwasser aufbereiten. Umweltingenieur Lene Rübner-Petersen von KMC fasst die Vorteile wie folgt zusammen: „Das Wasser, das wir aus unserem System ablassen, ist jetzt sauber, und wir konnten auf die Investition in ein neues großes Absetzbecken verzichten.“ www.alfalaval.com Großflächiger Membranbioreaktor mit acht Membranfiltrationsmodulen 26 wlb 1/2015

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Magnetisch-induktive Durchflussmesser auch für größere Nennweiten Die Firma PKP Prozessmesstechnik GmbH hat ihr Produktportfolio um die neue Baureihe DM08 der magnetisch-induktiven- Durchflussmesser erweitert. Diese ergänzen die bewährten Kompaktgeräte DM01 für Kleinmengen nun um eine Geräteserie, die speziell für größere Nennweiten entwickelt wurden. Die Vorteile des magnetisch-induktiven Messprinzips – keine mechanisch bewegten Teile, kein Druckverlust durch Verengung des Rohrquerschnitts – unempfindlich gegen verschmutzte Medien – eröffnen auch für diese Durchflussmesser viele Anwendungsmöglichkeiten. Die Geräte sind ab DN32 bis DN200 lieferbar mit Messbereichen von 0,25–29 bis 28–1130 m³/h in den üblichen Druckstufen PN16, 25 und 40. Durch den weiten Einsatzbereich bezüglich der Temperatur von – 20 bis + 180 °C erfüllen die Geräte die meisten Anforderungen des rauen Industrieeinsatzes. Die Anzeige- und Auswerteelektronik kann wahlweise in der Kompaktversion direkt auf den Sensor aufgebaut oder getrennt geliefert werden. Die Geräte sind für alle leitfähigen Flüssigkeiten ab 50 µS/cm geeignet. www.pkp.de Verlässlich robust. Optisches Messsystem für Gelöst-Sauerstoff und Trübung unkomplizierte Handhabung, einfache Inbetriebnahme langzeitstabil und wartungsarm vorkalibrierte Sensoren, direkt ab Werk einsetzbar sichere digitale Messwertübertragung für Anwendungen im Bereich Trink- und Prozesswasser, Gewässerschutz, Fischzucht und in Kläranlagen NTU O 2 Optische Sensoren JUMO ecoLINE O-DO und JUMO ecoLine NTU mit Anzeigegerät/Regler JUMO AQUIS 500 20035 www.greentec-magazine.com Willkommen bei JUMO. www.jumo.net Entwässerungsrinne mit zwei Leitungsebenen Birco hat mit der Bircotwinpack eine neue Entwässerungsrinne auf den Markt gebracht, die individuelle Einsatzmöglichkeiten bietet. Sie besteht aus zwei übereinander angeordneten Funktionsebenen. Sie kann auf zwei unterschiedliche Weisen zum Einsatz kommen, je nachdem ob die beiden Leitungsebenen entweder verbunden oder voneinander getrennt sind. So können die Ebenen zum einen durch ein sogenanntes Sedimentationsrohr mit integriertem Filterschwamm verbunden werden. In diesem Fall wird das anfallende Niederschlagswasser in der oberen Ebene gesammelt und über das Filterelement sedimentiert. Über den Filterschwamm gelangt das sedimentierte Wasser in die untere Ebene des Rinnenkörpers, von wo aus es in ein angeschlossenes Kanalsystem oder eine Versickerungsanlage abgeleitet wird. Mit der Entwässerungsleistung von 25 m³/m Rinne, auch bei Starkregenereignissen bis 500 l/m³, ist das Rinnensystem für zukunftssichere Planungen gut geeignet. Eine hohe Stabilität garantiert der monolithische Rinnenkorpus der Belastungsklasse E 600. Automatische Partikelzählsysteme Jumo.indd 1 23.02.2015 20:31:49 Die Pamas Partikelmess- und Analysesysteme GmbH mit Sitz in Rutesheim ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von automatischen Partikelzählern für Flüssigkeiten. Denn ob Wasser rein und partikelfrei ist, kann mit unterschiedlichen optischen Messverfahren festgestellt werden. In Anlagen zur Wasseraufbereitung kommen Trübungsmessgeräte (z. B. Turbidimeter oder Nephelometer) oder automatische Partikelzählsysteme zum Einsatz. Trübungsmessgeräte messen den kollektiven Anteil von ungelösten Feststoffen in einer Flüssigkeit. Je trüber die Flüssigkeit, desto höher der Messwert. Automatische Partikelzähler messen hingegen nicht die kollektive Partikelmenge, sondern messen online im Durchfluss Größe und Anzahl jedes einzelnen Feststoff-Partikels. Während ein automatischer Partikelzähler also jeden einzelnen Partikel detektiert, der die Messzelle während der Onlinemessung durchquert, erfasst ein Trübungsmesser die von den Partikeln verursachte Trübung. Ein automatischer Partikelzähler liefert demnach ein facettenreicheres und aussagekräftigeres Analyseergebnis als ein Trübungsmessgerät. Das Produktsortiment der Pamas GmbH bietet über 20 Modelle für zahlreiche Anwendungsbereiche. Der Pamas Water Viewer misst online und wird für die Zustandsüberwachung der Wasserqualität fest in den Anlagen installiert. Er eignet sich für die Reinheitskontrolle von Trinkwasser, gereinigtem Abwasser oder Industriewasser und Rohwasser. Der Sensor Pamas HCB-LD-25/25 detektiert z. B. Partikelgrößen zwischen 1 und 200 µm. www.birco.de www.pamas.de wlb 1/2015 27