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wlb - Wasser, Luft und Boden 1/2015

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WASSER-/ABWASSERTECHNIK

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Gut belüftet Kläranlage in Geiselbullach spart Energie durch Belüfteraustausch Gerald Glaninger, Silke Brügel Die Kläranlage in Geiselbullach im Landkreis München setzt bei einer umfassenden Modernisierung insbesondere auf eine neue Belüftungstechnologie. Vom Erfolg des Belüftungskonzepts konnte sich die Redaktion wlb vor Ort ein Bild machen. Verantwortlich für die 40 km nordwestlich von München gelegene Anlage ist der Amperverband. In Geiselbullach wird in zwölf bis 16 Stundenzyklen täglich eine Abwassermenge von rund 30 000 m³/d gereinigt. Das entspricht einer 250 000 EW Anlage. Die 1967 errichtete Kläranlage hat folgenden Aufbau: mechanische Vorreinigung, biologische Reinigungsstufe bestehend aus einem belüfteten Belebungsbecken (inkl. getauchten Festbetten), Nachklärung, weitergehende Reinigungsstufe mittels Sandfiltration sowie Faulstufe zur Biogasgewinnung. Besonderheit: sessile Biomasse Bei der biologischen Stufe gibt es eine Besonderheit: Im Gegensatz zu einer konventionellen Belebungsanlage wird zusätzlich zur suspendierten Biomasse sessile Biomasse zur Reinigung eingesetzt. Hierfür sind in den Aerobbecken Festbette mit textilen Aufwuchsträgern installiert. Da diese Mikroorganismengruppen meist heterotroph sind, benötigen diese für den Umwandlungsprozess Sauerstoff. Dieser wird ihnen in Form von Luft durch das eingebaute Belüftungssystem zur Verfügung gestellt. Durch die richtige Einstellung des Prozessablaufes (belüftete und nicht belüftete Zonen) lassen sich zwischen 70 und 95 % an Autoren: Gerald Glaninger, Aquaconsult, Österreich; Silke Brügel, freie Autorin, Ottobrunn Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor abbauen. Das geklärte Abwasser wird im Anschluss an die Nachklärung noch über Sandfilter zur Entfernung feinster Schwebstoffe geführt. Der in der Nachklärung abgetrennte Schlamm wird teilweise in den biologischen Reinigungsprozess zurückgeführt. Der Überschussschlamm geht in den Gärungsprozess zur Biogasgewinnung. Das bis zu 95 % gereinigte Abwasser wird nach der Nachklärung in die Amper eingeleitet. Schritte zur Energieautarkie 2013 entschieden sich die Anlagenbetreiber für eine umfassende Modernisierung. Der wegweisende Schritt bei der Modernisierung bestand im Austausch der bisherigen Belüftungstechnologie. Anstelle der teilweise stark beschädigten Keramikbelüfter wurden 616 Aerostrip-Streifenbelüfter pro Belebungsbecken und 156 Belüfter je DN-/N- Zone (ehemaliges Anaerobbecken) der Firma Aquaconsult aus Traiskirchen bei Wien eingebaut. Eine Besonderheit der Belüfter ist die Membran aus Polyurethan, die ohne Weichmacher und Stabilisatoren hergestellt wird und so eine Versprödung der Membran erfolgreich verhindert. Internationale Studien belegen die Lang lebigkeit der Aerostripbelüfter. Gleichzeit führt die bei diesem Belüftungssystem die in jahrelanger Forschungsarbeit entwickelte Art der Perforation, die den Austritt ultrafreier Blasen mit einem Durchmesser von rund 1 mm ermöglicht, zu verbessertem Sauerstoffübertrag. Das Ergebnis dieser Maßnahmen, die im Frühjahr 2014 abgeschlossen worden sind, übertraf die bereits hochgesteckten Erwartungen. „Wir haben es geschafft, den Eigenversorgungsgrad an elektrischer Energie auf rund 85 % zu erhöhen“, so Betriebsleiter Christian Kriegner. „Der wichtigste Faktor dabei sind zweifelsohne die Aerostripbelüfter“, erklärt Kriegner weiter. www.aquaconsult.at 20 wlb 1/2015

WASSER-/ABWASSERTECHNIK Mobile Ultrafiltrationsanlagen Die Kommunen müssen sich hinsichtlich der Trinkwasserqualität und der Ablaufqualität von Kläranlagen immer höheren Anforderungen stellen. Die mobile Ultrafiltration hat sich als temporär vorgeschaltetes Pilotverfahren bewährt, um die späteren Anlagen hinsichtlich Ihrer Leistungsfähigkeit und spezifischen technischen Ausstattung exakt auszurichten. Weitere Vorteile der Anlagen liegen auf der Hand: Sie sind nicht nur geografisch und zeitlich flexibel einsetzbar, sondern können im Vergleich zu festen Anlagen schnell auf die spezifischen und notwendigen technischen Anforderungen ausgerichtet werden. Sie haben einen geringen Platzbedarf sowie eine hohe und gleichbleibende Filtratqualität. Prinzipiell können überall da, wo Sandfilteranlagen eingesetzt werden, auch Ultrafiltrationsanlagen zum Einsatz kommen. Die entsprechenden Anforderungen sollen die mobilen Ultrafiltrationsanlagen der Firma Zech Water Technology erfüllen. Der Aufbau und die Auslegung der Anlage sind derart gestaltet, dass vielfältige Fahrweisen und Anpassungen an den Betrieb möglich sind, um für jedes Wasser die geeigneten Parameter einstellen zu können. www.zech-group.com Spezielle Wandbeschichtung für Abwasserpumpen Kristalline Ablagerungen sind ein Kernproblem in Kläranlagen mit zentrifugaler Schlammentwässerung. Für deren Abwasserpumpen will der Hersteller Caprari jetzt eine probate Lösung gefunden haben. Die Abwasserpumpen des Herstellers können fortan mit einer inneren Wandbeschichtung aus Polymer geliefert werden, die der Hersteller „Anti-MAP“ nennt. An der Inkrustation beteiligt sind insbesondere Ammonium und Phosphat. Diese Verbindungen werden bei pH-Werten über 7 verstärkt freigesetzt. Weil eine pH-Wertsenkung für biologische Klärstufen kontraindiziert ist, eine Senkung der Konzentration bei Magnesium kaum möglich und bei Ammonium unwirtschaftlich ist, bleibt die Phosphatfällung als Populärlösung. Anlagenbetreiber, die diesen Aufwand vermeiden wollen oder eine Restoptimierung anstreben, finden in den neuen beschichteten Pumpen eine Alternative. Zwar koste die Beschichtung, doch mache sich diese Lösung unter dem Strich für die Betreiber bezahlt. www.caprari.de schlank, leise und extrem effizient ACO DRAIN ® PowerDrain Schwerlastrinne mit integrierter Dämpfung ACO PowerDrain ist ein Baustein der erfolgreichen ACO DRAIN ® Produktfamilie. Vor dem Hintergrund der neuen europäischen Norm DIN EN 1433 haben wir darüber nachgedacht, welche Optimierungspotenziale wir in der professionellen Tiefbauentwässerung mit Blick auf stark belastete Verkehrsflächen finden können. Das Ergebnis ist ACO PowerDrain, ein echter Allrounder. schlank neue Nennweiten 75, 125, 175 und 275 mm leise intelligente Dämpfung zwischen Rost und Rinne effizient äußerst belastbar, selbstreinigender V-Querschnitt, universell einsetzbar ACO Tiefbau Vertrieb GmbH Postfach 320, 24755 Rendsburg, Tel. 04331 354-500 www.aco-tiefbau.de ACO. Die Zukunft der Entwässerung. ACO.indd Anzeige_Powerdrain_185x130.indd 1 1 25.02.2015 24.02.2015 10:40:44 15:16:02 wlb 1/2015 21